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Neumünster „Gepackt! - Aufbruch in ein neues Leben“
Lokales Neumünster „Gepackt! - Aufbruch in ein neues Leben“
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19:31 22.09.2019
Von Susanne Wittorf
Sevim Kiraz-Döhring hatte die Idee zur Wanderausstellung "Gepackt! - Aufbruch in ein neues Leben". Am Freitag wurde sie im Caspar-von-Saldern-Haus eröffnet. Quelle: Susanne Wittorf
Neumünster

Anlässlich seines 40-jährigen Bestehens eröffnete das Autonome Frauenhaus Neumünster am Freitagabend die Wanderausstellung „Gepackt! - Aufbruch in ein neues Leben“ im Caspar-von-Saldern-Haus.

Mit gemischten Gefühlen betrachte sie das 40-jährige Jubiläum des autonomen Frauenhauses, sagte Monika Timo in ihrer Begrüßung vor über 100 Gästen im Festsaal des Saldern-Hauses. Einerseits sei der Mut und das große Engagement der Gründerinnen zu würdigen, andererseits sei es „extrem bitter“, dass Frauen und ihre Kinder auch heute unvermindert von männlicher Gewalten betroffen seien. „Jede vierte Frau erlebt mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt durch ihren Partner oder Ehemann“, berichtete die Vorstandsfrau des Trägervereins.

„Sicherheit von Frauen ist eine Frage der inneren Sicherheit“

„Man muss über männliche Gewalt und die Täter reden“, forderte Vize-Landtagspräsidentin Aminata Touré in ihrem Redebeitrag. Das sei auch Aufgabe der Männer. Für die gebürtige Neumünsteranerin ist die Sicherheit von Frauen eine Frage der inneren Sicherheit. „Wichtige Themen müssen sichtbar werden und eine Stimme haben“. Dafür wolle sie sich stark machen, versprach die Grünen-Politikerin.

Hausbesetzung und Matratzenlager

Anschließend zeichneten Gründungsmitglieder und heutige Mitarbeiterinnen die bewegte Geschichte des Autonomen Frauenhauses nach: vom ersten angemieteten Zufluchtsraum, in dem es nur ein Matratzenlager gab, über eine Hausbesetzung der Frauen im Jahr 1990 und dem zwei Jahre späteren Kauf einer Immobilie bis hin zur heutigen Situation mit 21 Plätzen und vier Mitarbeiterinnen auf drei Vollzeitstellen. Häusliche Gewalt habe in all den Jahren nicht abgenommen, sagte Sevim Kiraz-Döhring.

„Wir sind immer wieder überbelegt und können nicht langfristig planen, weil Förderungen nur jährlich bewilligt werden. Trotzdem wollen wir Frauen zu einem Aufbruch aus einer von Gewalt geprägten Beziehung ermutigen und Besucher unserer Ausstellung darauf aufmerksam machen, dass Gewalt gegen Frauen kein Privatproblem ist. Das gesellschaftliche Problem kommt in allen Schichten vor und kennt keine Ländergrenzen. Unsere Ausstellung soll helfen, das Thema zu enttabuisieren“, sagte Initiatorin Sevim Kiraz-Döhring.

Die Ausstellung „Gepackt! - Aufbruch in ein neues Leben“, in der Bewohnerinnen aus Autonomen Frauenhäusern Schleswig-Holsteins anhand von persönlichen Texten, Fotos und Tonaufnahmen ihre Erfahrungen schildern, ist noch bis zum 29. September in den Räumen des Caspar-von-Saldern-Hauses zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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