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Neumünster Absolventen stehen hoch im Kurs
Lokales Neumünster Absolventen stehen hoch im Kurs
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06:00 25.07.2019
Von Thorsten Geil
Die KIN-Techniker Justin Stefan (links) und Gonde Rühs befüllen einen Autoklaven mit Dummy-Konservendosen voller Wasser. Quelle: Thorsten Geil
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Neumünster

Das privatwirtschaftliche Institut muss aber auch ständig die richtigen Trends erschnüffeln. Ein Konzept für einen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest liegt beispielsweise schon fertig in der Schublade.

Ein Kreis hat sich geschlossen

1965 wurde das „Konserveninstitut Neumünster“ von Unternehmen der Lebensmittelindustrie gegründet. Das Ziel war damals in erster Linie, den eigenen Nachwuchs auszubilden. „Heute haben wir wieder einen Fachkräftemangel, der Kreis hat sich geschlossen“, sagt Institutsleiterin Inge Jeß. KIN steht heute für „Kompetent, Innovativ, Neugierig“.

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Die meisten Absolventen bekommen sofort eine Stelle

Bislang hat das KIN bereits 2600 Lebensmitteltechniker ausgebildet. Sie galten damals wie heute als exzellente Fachleute und werden von der Wirtschaft buchstäblich aufgesogen. „Bereits im dritten Semester haben die Schüler meist einen Arbeitsvertrag unterschrieben. Von den 27 Schülern, die bei uns im September abschließen, sind die allermeisten längst versorgt“, sagt Inge Jeß.

Weil Fortbildung generell hoch im Kurs steht, wollen viele Köche, Hotelfachleute, Fleischer oder Bäcker sich zum Lebensmitteltechniker fortbilden. Das ist am KIN sehr anspruchsvoll und dauert zwei Jahre in Vollzeit. Beispielsweise gehört umfangreiches Wissen in Lebensmittelrecht, Hygiene- und Qualitätsmanagement, Verkauf, Produktentwicklung, Maschinenführung, Prozessabläufen und sogar Lagerlogistik dazu. Über allem, was im KIN passiert, steht allerdings der Leitgedanke: Lebensmittel müssen sicher sein.

Sind Glassplitter in der Fertigsuppe?

Für Unternehmen schreiben die KIN-Experten aber auch Gutachten und testen schnell und dezent, ob Glassplitter in der Fertigsuppe oder Salmonellen in den Eiern sind. „Wenn ein Verdacht aufkommt, muss das Unternehmen schnell handeln und Gewissheit haben. Wir sind der Partner der Wirtschaft“, sagt Inge Jeß, die seit 1992 am KIN beschäftigt ist, Verwaltungsleiterin und Personalchefin war und es seit 2017 leitet.

1,2 Millionen Zuschuss zurückzahlen

Ein Thema belastet das KIN allerdings seit Jahren – und wird es noch ein paar weitere Jahre belasten: Das Institut muss insgesamt 1,2 Millionen Euro Zuschuss aufgrund der so genannten Landeskinderklausel zurückzahlen: Diverse Schüler hatten (von 1998 bis 2006) nicht den ersten Wohnsitz in Schleswig-Holstein angemeldet und damit den Zuschuss zu Unrecht erhalten. Bis 2022 zahlt das Institut voraussichtlich noch an dieser Altlast ab.

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Am Konserveninstitut KIN in Neumünster werden unter anderem Lebensmitteltechniker ausgebildet. Aber hier wird auch geforscht und entwickelt.
Thorsten Geil 24.07.2019
Thorsten Geil 24.07.2019
Thorsten Geil 24.07.2019