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Neumünster Alte Obstwiese lag 50 Jahre brach
Lokales Neumünster Alte Obstwiese lag 50 Jahre brach
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17:35 20.10.2013
Von Sabine Nitschke
Einfelds Stadtteilvorsteher Sven Radestock (links) war zum ersten Mal zu Gast auf der alten Obstwiese bei Heinrich Kautzky und schwer begeistert von diesem natürlichen Kleinod. Quelle: sn
Neumünster

Rund fünf Jahrzehnte lang hatte die Wiese, von Menschenhand unberührt, brach gelegen. So lange wuchsen aus den Kernen der heruntergefallenen Äpfel kleine Bäumchen. „Während vegetativ alle Sorten durch Veredlung vermehrt werden mit den Zielen von Größe, Geschmack, Ertragssicherheit, sind hier durch Selbstaussaat aus rund 100 Sämlingen kleine Stämmchen gewachsen, die jeder eine eigene Sorte darstellt“, erläuterte Kautzky.

 Und diese Unikate haben einen veritablen Härtetest hinter sich, denn da sie dicht an dicht stehen wie in einem „Wäldchen“, hatten sie nicht eben gute Wuchsbedingungen. Vor knapp zehn Jahren entdeckte Kautzky, sozusagen dienstlich unterwegs für das Umweltamt Neumünster, das „Schätzchen“. Seit acht Jahren betreut der 20 Mitglieder starke Arbeitskreis Alte Obstwiese das Areal: Er hat das Apfelwäldchen von der Stadt gepachtet, für die Pflege der Bäume und Nachzucht darf er das Obst nutzen; der Saft wird in Fünf-Liter-Bags verkauft.

 „Von den 100 namenlosen Sorten, die alle nur Nummern tragen, wollen wir die besten fünf aussuchen und kultivieren“, kündigte Kautzky an. „Dieser hier, der höchstwahrscheinlich ein Kind vom Frühen Augustapfel ist, könnte der Frühe Einfelder Sämling werden“, orakelte Kautzky. Zu der Namensfindung dürfe der Einfelder Stadtteilbeirat gern Wünsche anmelden. Dessen Vorsitzender Sven Radestock, gestern erstmals auf der Obstwiese zu Gast, wusste bisher nicht um diese „Einmaligkeit in Schleswig-Holstein“, wie Kautzky versicherte.