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Neumünster Ein Energiebündel mit Gefühl
Lokales Neumünster Ein Energiebündel mit Gefühl
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18:15 11.09.2014
Von Cornelia Wunder
Kein Schauspieler, der sein Repertoire komplettieren will: Axel Prahl ist Musiker. Quelle: cwu
Neumünster

„Moinsen!“ Axel Prahl kommt aus dem Norden. Der Wahl-Berliner weiß, vor wem er steht. Er hat sich nicht in Schale geworfen, kommt in Jeans und Outdoor-Weste auf die Bühne. Sein erstes Album will er vorstellen: Blick aufs Mehr. Auf etwas mehr Axel Prahl.

 Die 13 Songs stammen aus eigener Feder. Am Keybord von Produzent Danny Dzink unterstützt, erklingt jedoch zunächst dessen Wenn zwei zueinander passen von der Bühne. Prahl ist eingeschnappt, hat Freund Danny das Stück doch tatsächlich lieber mit Annett Louisan aufgenommen. Er habe es im Radio mit anhören müssen.

 Die echten Emotionen des Eutiner Jung reichen von Seemannromantik über enttäuschte Liebe und Zuversicht bis hin zum schlichten Wahnsinn. Der Schmerz aus der Seele steigt auf in die Kehle erklärt der Sänger seine dunklen Gedanken aus Wieso bist du immer noch da und versichert schmunzelnd, dass er inzwischen wieder glücklich verheiratet ist. Zum dritten Mal.

 Tanzt und Bla Bla Bla sind wild und schräg. Zu verzerrter Zirkusmusik mimt Prahl den Wahnsinnigen mit irrer Lache. Ein bunter Klangteppich aus Rock-Elementen, Elektro-Beats, Streichern und Blasinstrumenten begleitet das raue Multitalent zu dem eingängigen Riff des 80er Hits Owner of a lonely heart. Gitarrist Johannes Feige gniedelt sich die Finger wund. Prahl und das Inselorchester sind eins.

 Die neunköpfige Kombo trägt den wesentlichen Teil des musikalischen Niveaus. Jörg Mischke bedient Akkordeon und Keybord, Violinistin Christiane Silber überrascht mit glockenreiner Stimme, Michael Götz wechselt zwischen Klarinette und Querflöte und bietet ein Jethro Tull mäßiges Solo.

 „Ausziehen!“ tönt es durch den donnernden Applaus. Axel Prahl verzichtet, schlüpft dafür in Rollen wie die von Helge Schneider und Herbert Grönemeyer, um seine Performance mit dem jeweiligen Duktus zu untermalen und leitet seine Gäste betont unnachgiebig an, ein gemeinsames Lied zu singen.

 Axel Prahl bewegt sich in seinem Gefühlstheater wie ein Fisch im Wasser. Dass der Funke übergesprungen ist, beweisen stehende Ovationen und vier Zugaben, die das nimmer satte Energiebündel auch noch für eine gewitzte Rap-Einlage nutzt.

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