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Neumünster Ungewollte Futterspende für den Nabu
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19:01 05.03.2020
Von Thorsten Geil
"Können wir euch helfen?" Wir wissen, was wir tun, wir haben das gelernt." Bauern haben dem Naturschutzbund in Neumünster Heu und Stroh vor die Tür gekippt Quelle: Thorsten Geil
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Neumünster

Die Landwirte protestierten damit vor der Nabu-Landesgeschäftsstelle gegen eine ihrer Ansicht nach schlechte Haltung von Wildpferden in Dithmarschen. 2005 wurden dort Konik-Pferde zur naturschutzgerechten Entwicklung des Meldorfer Speicherkoogs angesiedelt. Der Nabu ist stellvertretend für das Land Eigentümer der Koniks. 

In den vergangenen zwei Jahren war die Herde unkontrolliert gewachsen. Bereits im Herbst 2019 sollte sie verkleinert werden, doch eine Fanganlage fehlte. Dann trug der extrem nasse Februar dazu bei, dass nicht alle Tiere ausreichend Nahrung fanden. Mehrere Tiere verendeten.

Tag der Abrechnung mit dem Nabu in Neumünster

Nun war offenbar der Tag der Abrechnung gekommen, denn der Nabu ist so etwas wie der natürliche Feind vieler Landwirte. Vor der Geschäftsstelle an der Färberstraße in Neumünster stellten die Bauern ein Schild auf: "Können wir euch helfen? Wir wissen, was wir tun, wir haben das gelernt."

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Dann fuhren Trecker und ein Lkw vor, sperrten die schmale Straße komplett und kippten riesige Rundballen Heu und Stroh ab. Alle packten mit an und rollten die Ballen auf das Grundstück.

"Ihr vom Nabu scheint es dringender zu brauchen"

Jan-Henning Diercks aus Friedrichskoog hielt eine kurze Ansprache voller Wut und Sarkasmus. "Dieses Heu und Stroh haben wir mühsam geerntet. Wir bräuchten es selber dringend für unsere Tiere, aber ihr vom Nabu scheint es dringender zu brauchen", rief er unter dem Jubel seiner Mitstreiter.

"Wir stünden sofort vor dem Kadi"

Das Futter solle helfen, "damit ihr eure Tiere nicht verhungern lassen müsst", so Diercks. Und weiter: "Das kann doch alles nicht angehen. Wenn uns ein einziges Tier in unseren Ställen verhungern würde, stünden wir sofort am Pranger und vor dem Kadi. Aber beim Nabu ist das alles egal", sagte ein Bauer.

Ein Streifenwagen der Polizei Neumünster war vor Ort. Die Beamten ließen die Bauern gewähren, knöpften sich anschließend aber Jan-Henning Diercks vor. Er musste seine Personalien angeben, möglicherweise wird ein Verfahren draus.

Nabu wies die Vorwürfe zurück

Der Nabu wies die Vorwürfe zurück, die Pflege der Konik-Pferde vernachlässigt zu haben. Nur wenige Tiere seien betroffen, so der Nabu. „Eine veterinärmedizinische Untersuchung ergab, dass 10 bis 15 Tiere an Hufproblemen und Mangelernährung leiden. Gut die Hälfte der 75 Tiere ist in einem guten Zustand“, sagte Uwe Maaßen vom Kreis Dithmarschen

Dennoch einigten sich Kreis, Land und Nabu auf weitere Maßnahmen zum Schutz der Tiere. So werden die Pferde wegen der feuchten Witterung zusätzlich gefüttert. Außerdem soll Anfang kommender Woche eine mobile Fanganlage eingerichtet werden. So können die Tiere genauer untersucht werden, und ein Hufschmied kann die betroffenen Tiere versorgen. „Außerdem werden wir 28 Pferde zu einem anderen Standort bringen, um den Beweidungsdruck zu senken“, erklärte Maaßen.

„Die Existenz der Tiere war aber zu keinem Zeitpunkt gefährdet“, so Maaßen. Erst in den vergangenen zwei Wochen habe sich die Lage zugespitzt.

Der Nabu teilte mit, eine witterungsbedingte Zufütterung der Tiere sei in „Betreuungsverträgen mit externen Beauftragten“ geregelt. Damit sind die Schäfer vor Ort gemeint, die auch dazu verpflichtet sind, die Herde täglich zu kontrollieren.

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Mit epd

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