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Neumünster Eine skurrile Geschichte amüsiert
Lokales Neumünster Eine skurrile Geschichte amüsiert
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18:52 26.02.2019
Von Susanne Wittorf
Literatur in der Apotheke. "Manneskraft per Postversand" – wie das funktioniert erfuhren Besucher des Literaturschals von den beiden Vorleserinnen Bärbel Bork (links) und Gudrun Siebert in den Rollen von Tilda und Elida Svensson. Quelle: Susanne Wittorf
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Neumünster

Die vom Bürgernetzwerk Nähmaschine initiierte „Lesereihe an ungewöhnlichen Orten“ hat sich der Stärkung von inhabergeführten Geschäften in Neumünsters Innenstadt verschrieben. „Großveranstaltungen“, wie im Schuhhaus Stüben mit 120 Besuchern finden in der 14 Veranstaltungen umfassenden Reihe ebenso statt, wie Lesungen auf engstem Raum. Ein Paradebeispiel bot am Montagabend die Marktapotheke am Kleinflecken. Mit viel gutem Willen und dem Geschick der Netzwerker Martin Reinhardt und Andree Kramp passten 20 Stühle in den kleinen Raum.

Alle Plätze waren besetzt

Alle waren bis auf den letzten Platz besetzt, als Moderatorin Sabine Schilf in den Abend einführte und dabei auf ihre Verbindung zum Kleinflecken hinwies. „Als Mitarbeiterin des Fachdienstes Bauplanung freue ich mich besonders über kulturellen Veranstaltungen hier am Platz“, sagte Sabine Schilf. Es gehört zum Konzept des Literaturschals, Menschen aus unterschiedlichen Kontexten einzubinden. Ute Reinhardt von der Nele-Textwerkstatt koordiniert Texte, Vorleser und Orte, ihre beiden Nele-Mitstreiterinnen Bärbel Bork und Gudrun Siebert fungierten am Montagabend als Vorleserinnen.

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„Manneskraft per Postversand“

Der Textvorschlag kam von Gastgeberin Stefanie Schneider. Die Apothekerin liebt skurrile Geschichten mit liebenswerten Protagonisten. „Manneskraft per Postversand“, der schwedischen Autorin Karin B. Holmqvist erfüllt beides. Der Roman erzählt die Geschichte zweier alleinstehender Schwestern jenseits der 70, die im elterlichen Haus eine karges Leben nach strengen Abläufen führen. Als ein alleinstehender Mann im Nachbarhaus einzieht, erfährt das Leben von Tilda und Elida Svensson neuen Schwung.

Nicht immer ernste Literatur

Der Inhalt der Geschichte ist „zwirnsdünn“, wie es Ute Reinhold formulierte. Dass die Lesung trotzdem ein voller Erfolg wurde, ist Bärbel Bork in der Rolle der Tilda, Gudrun Siebert als Elida – beide stilecht in Kittelschürzen gekleidet– und Ute Reinhardt als kürzende und für die Dekoration zuständige Dramaturgin zu verdanken. Spitzendecken, falsche Zähne im Wasser und Likörflaschen schmückten das Lesepult. „Es geht beim Literaturschal nicht immer um ernste Literatur“, sagte Ute Reinhardt. In der Marktapotheke überwog eine amüsante Stimmung mit schmunzelnden Besuchern.

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