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Neumünster Starkes Signal mit Warnstreik
Lokales Neumünster Starkes Signal mit Warnstreik
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15:22 25.02.2019
Von Susanne Wittorf
Für mehr Lohn streikten gestern die GEW, Ver.di und die GdP. Kundgebungen gab es von der Walter-Lehmkuhl-Schule und dem Landeslabor. Symbolische Geste: Mit einem Schwungtuch wollen die Gewerkschaftler Bewegung in die Verhandlungen bringen. Quelle: Susanne Wittorf
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Neumünster

Sie fordern deshalb in der laufenden Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder mehr Geld sowie gute Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen. „Jahrelange Kürzungen haben zu einer Personalknappheit bei gleichbleibend hoher Arbeitsbelastung geführt“, sagte Annette Falkenberg. „Gleichzeitig hinkt die Vergütung der Lohnentwicklung in der Privatwirtschaft um circa vier Prozentpunkte hinterher“, betonte die Gewerkschaftssekretärin des Ver.di-Bezirks Südholstein.

Bessere Bezahlung der Landesbeschäftigten

„Spitzeneinkommen steigen, mittlere und untere Einkommen stagnieren“, ergänzte Siegbert Schwab, Vorsitzender des Kreisverbandes der GEW Neumünster. Gemeinsam mit der GDP und Ver.di fordert seine Gewerkschaft deshalb sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 200 Euro. Außerdem machen sich die Gewerkschaften für eine deutlich bessere Bezahlung der Landesbeschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst, für eine bessere tarifliche Eingruppierung angestellter Lehrkräfte sowie für die wirksame Eindämmung von Befristungen im öffentlichen Dienst stark.

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Zu ihren Forderungen zählen auch die Übernahme des Tarifabschlusses für Beamte und die Anhebung der Pflegetabellenwerte um zusätzlich 300 Euro.
Zwei Verhandlungsrunden hat es bereits gegeben, von Arbeitgeberseite, den Finanzministerien wurde aus Gewerkschaftssicht bisher kein verhandlungsfähiges Angebot unterbreitet.

„Sechs Prozent sind kein Pappenstiel“

Zur Durchsetzung ihrer Tarifforderungen traten gestern in Neumünster zehn angestellte Lehrer und rund 40 Landesangestellte in einen ganztägigen Warnstreik. Die Lehrer trafen sich um 7.15 vor der Walter-Lehmkuhl-Schule, um ihre Forderungen kundzugeben. „Der frühe Termin ermöglicht es auch Lehrern mit Beamtenstatus, sich vor dem Unterricht mit uns solidarisch zu erklären“, sagte Siegbert Schwab. Schließlich sei das Ergebnis der Tarifrunde maßgebend für die Bedingungen der verbeamteten Lehrkräfte.

„Sechs Prozent sind kein Pappenstiel“, sagte Schwab. Das werde die Länder Milliarden kosten. „Doch wir sollten uns von der bisherigen Absage der Arbeitgeber nicht beeindrucken lassen“, meinte der angestellte Lehrer. „Gute Ausbildung braucht gute Infrastruktur.“

Nach der GEW-Kundgebung ging es weiter zum Landeslabor. Rund 50 Streikende verliehen ihren Forderungen ab 8.30 Uhr mit verschiedenen Aktionen Nachdruck. Zwei Stunden später startete die gemeinsame Demonstration von GEW, Ver.di und GDP vom Gewerkschaftshaus Kiel zum Asmus-Bremer-Platz. Ab 11.15 startete hier die Abschlusskundgebung. Vom 28. Februar bis zum 1. März treffen sich Gewerkschafter und Arbeitgeber zur dritten Verhandlungsrunde zum Tarifvertrag der Länder (TV-L) in Potsdam.

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