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Neumünster Neumünster hat den höchsten Krankenstand
Lokales Neumünster Neumünster hat den höchsten Krankenstand
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08:11 28.09.2018
Von Thorsten Geil
Dr. Holger Baum, Chefarzt Klinik für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie im FEK, zeigt auf die Bandscheiben an einer Modell-Wirbelsäule. Quelle: Thorsten Geil
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Neumünster

Die DAK-Geschäftsstellenleiterin Dorothea Daschner stellte die Ergebnisse der Jahresstudie jetzt vor. In Schleswig-Holstein betrug der Krankenstand 4,0 Prozent, in ganz Deutschland 4,1 Prozent. „Warum Neumünster mit 4,4 Prozent, gemeinsam mit Lübeck und dem Kreis Rendsburg-Eckernförde, die höchsten Werte hat, wissen wir nicht“, sagte sie. Allerdings liegt Neumünster in diversen Untersuchungen von verschiedenen Institutionen bei den Krankenständen immer wieder ganz weit vorn.

Häufige Beschwerden: Rückenschmerzen

Die mit Abstand meisten Fehltage gehen in Neumünster auf Muskel-Skelett-Krankheiten zurück; dazu zählt auch ganz allgemein die Diagnose „Rückenschmerzen“: Allein 23,9 Prozent aller Krankentage haben die behandelnden Ärzte mit Beschwerden dieser Art begründet. Auf den weiteren Plätzen folgen Psychische Erkrankungen (20,7 Prozent), solche des Atmungssystems (11,4), Verletzungen aller Art (11,2), Probleme im Kreislaufsystem (5,2) und Infektionen (4,7).

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Hauptursache ist zu wenig Bewegung

Obwohl die Fehltage bei den Muskel-Skelett-Krankheiten 2017 leicht rückläufig waren, sind sie so etwas wie eine Volkskrankheit. Dorothea Daschner hatte zu der Präsentation Dr. Holger Baum eingeladen, den Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie im FEK. „Die wachsende Immobilität ist eines der Hauptursachen für die häufigen Beschwerden“, sagte Baum.

83 Prozent gehen auch mit Schmerzen zur Arbeit

80 Prozent der Schleswig-Holsteiner geben in der Studie der DAK an, mindestens einmal in den vergangenen Monaten Rückenschmerzen gehabt zu haben. Die große Mehrheit davon meldete sich aber nicht krank: 83 Prozent gaben an, mit Schmerzen zur Arbeit zu gehen. Nur knapp jeder dritte Betroffene war laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr wegen seiner Rückenbeschwerden beim Arzt. 17 Prozent konsultierten zwei und vier Prozent sogar drei Ärzte damit.

Der Zusammenhang von Stress und Rückenschmerz wurde in den Praxen nach Auskunft von Dorothea Daschner kaum thematisiert. „Aber da sich Stress und psychische Belastungen stark auf die Rückengesundheit auswirken können, sollte dieser Aspekt stärker berücksichtigt werden“, forderte sie.

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