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Neumünster Zwei Sportanlagen werden gesperrt
Lokales Neumünster Zwei Sportanlagen werden gesperrt
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10:25 29.03.2019
Von Susanne Wittorf
Die Weitsprunganlage der Gartenstadtschule ist mit einem Flatterband abgetrennt. Quelle: Susanne Wittorf
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Neumünster

Dioxinhaltiges Kieselrot im Boden hat die Stadtverwaltung bewogen, die Weitsprunganlage der Gartenstadtschule und den Sportplatz auf dem Jugendspielplatz aus der Nutzung zu nehmen. Eine akute Gefährdung für die Gesundheit hat zu keiner Zeit bestanden. Beide Anlagen sollen zeitnah saniert werden.
 
Aufgrund einer aktuellen Nachfrage ließ die Stadtverwaltung zwei Sportanlagen auf deren Dioxingehalt im Boden untersuchen. Die Ergebnisse führten zu einer vorsorglichen Schließung. Betroffen sind die Weitsprunganlage der Gartenstadtschule und der Sportplatz auf dem Jugendspielplatz. Das gaben Stadtbaurat Thorsten Kubiak, die Leiterin des Fachdienstes Umwelt und Bauaufsicht, Ute Obel, und die Leiterin des Fachdienstes Gesundheit, Dr. Alexandra Barth, gestern bekannt.

Dioxin schädigt das Erbgut

Kieselrot ist eine Schlacke, die bis Ende der 1960er Jahre als Belag für Sportplätze verkauft wurde. 1991 wurde bekannt, dass Kieselrot mit Dioxin belastet ist. In hohen Konzentrationen aufgenommen, schädigt Dioxin das Erbgut. Die Stadt ließ damals Sportanlagen und Kinderspielplätze untersuchen. Der Sportplatz auf dem Jugendspielplatz und die Weitsprunganlage der Gartenstadtschule wiesen Werte unterhalb der damaligen Richtlinien auf. Handlungsbedarf sah die Stadtverwaltung deshalb nicht.

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Strengere Verordnungen

Die Dioxinwerte haben sich im Laufe der Jahre nicht erhöht, und auch das Grundwasser ist nicht betroffen. Die Untersuchungsstandards haben sich verändert. „Eine unmittelbare Gefährdung der menschlichen Gesundheit, auch früherer Generationen, hat zu keiner Zeit bestanden“, sagte Dr. Alexandra Barth. Beide Sportanlagen sollen nun zeitnah saniert werden. Stadtbaurat Kubiak schätzt die Sanierungskosten auf rund 100.000 Euro.

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Susanne Wittorf 28.03.2019
28.03.2019