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Neumünster Es regiert das „Prinzip Hoffnung“
Lokales Neumünster Es regiert das „Prinzip Hoffnung“
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16:17 10.06.2009
Neumünster

Der Paukenschlag kam am frühen Dienstagnachmittag: Die Kaufhauskette Arcandor, zu der Karstadt gehört, hat Insolvenz angemeldet, ist zahlungsunfähig. Punkt 17 Uhr schloss deshalb die Filiale am Großflecken ihre Tore zur Betriebsversammlung. „Es gab einen hohen Informationsbedarf unter den rund 150 Angestellten“, sagt May. Verzweiflung herrsche zwar nicht vor. „Aber verständlicherweise Unsicherheit.“

Wie steht es um das Karstadt-Haus in Neumünster? Eine Frage, die Filialleiter Andy Grabowski nicht beantworten darf. „Allein die Zentrale in Essen darf Presseauskünfte erteilen.“ Auch Karstadt-Mitarbeiter dürften innerhalb des Hauses nicht mit der Presse sprechen.

Sehr viel offensiver und auskunftsfreudiger gibt sich die Düsseldorfer Metro-Gruppe: Wiederholt hatte der Vorstandsvorsitzende Eckhard Cordes - im übrigen 1950 in Neumünster geboren - in den Medien verkündet, Metro sei an 60 rentablen Karstadt-Häusern interessiert. Martin Bommersheim, Leiter der Metro-Pressestelle, betonte gestern: „Wir haben unseren Rettungsplan öffentlich gemacht, Karstadt in eine neue Kaufhausgruppe einzubinden.“ Dennoch sei es viel zu früh, sich zu einzelnen Standorten zu äußern. „Zuerst ist der Insolvenzverwalter dran. Und dieser hat ja gesagt, dass er keine hoffnungslosen Fälle annehme. Wir versuchen indes, uns vom finanziellen Zustand der einzelnen Häuser ein Bild zu machen. Zwar liegen uns die offiziellen Zahlen vor, doch der eigene Eindruck ist genauso wichtig.“ Wieso kann dann Eckhard Cordes als Chef der Metro AG ohne eigene Zahlen davon sprechen, 60 der 89 Karstadt-Häuser in eine neue Kaufhausgruppe mit 160 Filialen aufnehmen zu wollen? „Wir wollten die Karstadt-Mitarbeiter nicht noch mehr verunsichern und ihnen zeigen, dass tatsächlich ein Großteil der Häuser gemeint ist. Und dass wir das Vorhaben ernst meinen.“

Dass Neumünster für Karstadt und Metro ein attraktiver Standort ist, glaubt Olaf Tauras. Der künftige Oberbürgermeister, der am 1. September sein Amt antritt, wisse aus sicherer Quelle, dass das Haus ausdauernd schwarze Zahlen schreibe. „Karstadt deckt mit seinem Vollsortiment den Bedarf bestens ab. Eine Schließung würde den Rest der Innenstadt sehr in Mitleidenschaft ziehen.“ Nicht zu reden von den Plänen, mit den Investoren HBB, ECE „oder einem anderen“ den Innenstadtbereich Neumünsters wirtschaftlich attraktiver zu gestalten. „Für diese mittelfristigen Pläne müsste das Karstadt-Haus in sich gesund sein.“

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