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Neumünster Wie viel Digitales verträgt Soziales?
Lokales Neumünster Wie viel Digitales verträgt Soziales?
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19:32 15.11.2018
Von Benjamin Steinhausen
Awo-Landesgeschäftsführer Michael Selck (links) begrüßte Sozialminister Dr. Heiner Garg vor der Stadthalle Neumünster, in der gestern der 8. Norddeutsche Wohn-Pflege-Tag stattfand. Quelle: Benjamin Steinhausen
Neumünster

Ausrichter waren die Koordinationsstelle für innovative Wohn- und Pflegeformen im Alter (KIWA) mit der Hamburger Koordinationsstelle (KO). Sozialminister Heiner Garg betonte in seinem Grußwort die Möglichkeiten, die die Digitalisierung gerade auch für ländliche Regionen bringe.

Handy-Apps erinnern an Abläufe

Roboter für handfeste Tätigkeiten, Sensoren erkennen, ob Patienten gestürzt sind und Hilfe benötigen, Smarthome-Anwendungen ermöglichen Überwachung aus der Ferne oder Handy-Apps erinnern an tägliche Abläufe: Digitale Technik ist auch im Bereich der Pflege und Betreuung auf dem Vormarsch und beeinflusst individuelle Wohn- und Lebensentwürfe von älteren und pflegebedürftigen Menschen, die in ihrem häuslichen Umfeld bleiben möchten. Das Spannungsfeld zwischen technischer Unterstützung und persönlicher Zuwendung war Gegenstand der Diskussion in der Stadthalle.

Sozialminister Heiner Garg (FDP) führte in seinem Grußwort aus, dass es zahlreiche technische und medizintechnische Errungenschaften gebe, die Digitalisierung in der Altenhilfe und Pflege jedoch nur sehr langsam vorankomme. „Ziel unseres Handelns ist es, pflegebedürftigen Menschen ein Altern in Würde zu ermöglichen. Die Digitalisierung im Land müssen wir daher weiterentwickeln, insbesondere in ländlichen Gebieten“, so der Minister.

Innovative Projekte werden realisiert

Drei innovative Projekte seien derzeit auf dem Weg zur Realisierung, um die pflegerische Arbeit zu unterstützen. Um was es exakt geht, darauf wollte Michael Hempel aus der Abteilung Soziales im Sozialministerium jedoch noch nicht im Detail eingehen. Nur so viel: „Wir denken beispielsweise an Chatboards, um Anfragen stellen zu können. Für Menschen, die wegen verschiedener Beeinträchtigungen sonst nicht in der Lage wären, sich konkret auszudrücken“, beschrieb Hempel grob.

Michael Selck, Landesgeschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (Awo), meinte, das Thema Digitalisierung in der Pflege müsse höher auf der Agenda stehen. „Man muss aber auch genau abwägen, denn nicht alles, was machbar ist, ist auch gut.“ Ein Waschroboter zum Beispiel könne auf den ersten Blick einen leichteren Pflegealltag gewährleisten. „Der menschliche Kontakt geht dadurch aber verloren, der in vielen Bereichen der Pflege einfach enorm wichtig ist“, sagte Selck weiter.

Augenmerk auf das Soziale

Hier pochte auch Ulrike Petersen von der Hamburger Koordinierungsstelle darauf, insgesamt auf die Balance zu achten und das Augenmerk langfristig insbesondere auf soziale und nicht nur auf betriebswirtschaftliche Innovationen zu legen. „Mindestens 50 Prozent der Dynamik muss zudem in Konzept- und Personalentwicklung fließen“, forderte sie.

Ein Problem bei der Umsetzung digitaler Errungenschaften sei nicht zuletzt, dass viele in der Pflege arbeitende Menschen nicht sehr technikaffin seien. Mit dem jüngeren Nachwuchs in der Pflege sei zwar eine Besserung in Sicht: „Nichtsdestotrotz müssen wir digitale Kompetenzen zum Lerngegenstand machen. Was aber selbst im neuen Pflegeberufegesetz wieder mehr oder weniger gar nicht auftaucht“, meinte Prof. Manfred Hülsken-Giesler von der Hochschule Vallendar.

Alles in allem stehe Deutschland im europäischen Vergleich nicht schlecht dar. „Wir sind auf einem Erprobungslevel und es gibt häufig Insellösungen“, sagte Hülsken-Giesler. Man dürfe sich aber von vermeintlichen Errungenschaften anderer Länder auch nicht täuschen lassen. „In Laboren existiert sehr viel. In der Lebensrealität sieht es aber ganz anders aus. Wichtig ist, dass wir regionsspezifisch Konzepte entwickeln“, so Hülsken-Giesler abschließend.

Man muss aber auch genau abwägen, denn nicht alles, was machbar ist, ist auch gut.

Landesweit startet wieder eine Aktion gegen Gewalt an Frauen und Mädchen; auch in Neumünster ist etwas geplant. Und das hat durchaus seine Berechtigung. „Die Zahl der Frauen, die sich an unseren Notruf wenden, bleibt weiter auf einem viel zu hohen Niveau“, sagt Mo-Corazon Seehawer vom Notruf.

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