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Neumünster 20 Jahre Lebensretter bei Herzinfarkt
Lokales Neumünster 20 Jahre Lebensretter bei Herzinfarkt
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12:46 30.04.2018
Von Sven Detlefsen
Ein erfahrenes Team. Prof. Dr. Andreas Schuchert, Chefarzt der Medizinischen Klinik (links), und die beiden Oberärzte Dr. Volker Jentzen (5.v.l.) und Dr. Robert Asbeck (rechts) können jederzeit auf eine eingespielte Mannschaft zurückgreifen. Quelle: Susanne Wittorf
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„Das minimal-invasive Diagnoseverfahren dient der Untersuchung von krankhaften Veränderungen der Herzkranzgefäße, der Herzklappen, des Herzmuskels und der Herzanlage. Hierbei wird ein dünner Kunststoffschlauch, der sogenannte Herzkatheter, über Arterien der Leiste oder des Handgelenks eingeführt und bis zum Herzen vorgeschoben“, erklärte Oberarzt Volker Jentzen das Verfahren. Zur Darstellung der Gefäße auf dem Röntgenbild werde anschließend ein Kontrastmittel über den Katheter gespritzt.

Betroffene Gefäße können schnell lokalisiert werden

„Innerhalb kürzester Zeit können wir die betroffenen Gefäße lokalisieren und mit einem Stent stabilisieren“, sagte der Kardiologe. 300 bis 400 Patienten mit akutem Herzinfarkt kommen jährlich ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK). „In diesen Fällen zählt jede Minute“, sagte der Chefarzt. Im FEK habe man deshalb einen Bereitschaftsdienst etabliert, der an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr im Herzkatheterlabor bereitsteht.

Sterblichkeit bei akutem Herzinfarkt gesunken

„Seit wir von der Behandlung mit Medikamenten, wie es noch vor 20 Jahren von der Wissenschaft propagiert wurde, auf das Setzen von Stents im Herzkatheterlabor umgestiegen sind, hat sich die Sterblichkeitsrate der eingelieferten Patienten mit akutem Herzinfarkt auf drei Prozent verringert“, erläuterte der Chefarzt.

Diese erfreuliche Entwicklung führte er auch auf sein Team zurück. „Seit zehn Jahren können wir rund um die Uhr auf ein stabiles Team aus fünf Kardiologen und sehr erfahrenem Pflegepersonal zurückgreifen“. Die große Erfahrung seiner Kollegen, die familiäre Atmosphäre innerhalb des Teams und modernste medizinische Maßnahmen machten die Arbeit im Herzkatheterlabor zu einer „echten Erfolgsgeschichte“, resümierte Prof. Schuchert.

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