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Neumünster Geschäftsführer klagt gegen Stadtwerke
Lokales Neumünster Geschäftsführer klagt gegen Stadtwerke
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19:05 22.02.2019
Von Thorsten Geil
Sie drehen nicht mehr gemeinsam an einem Rad bei den SWN: Thomas Junker (links) ist nicht mehr da, Tino Schmelzle durfte Geschäftsführer bleiben. Quelle: Anja Rüstmann
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Neumünster

Junker (47) erhebt gleichzeitig schwere Vorwürfe gegen den Aufsichtsrat. Der habe nach seinem Ausscheiden vor gut drei Wochen offenbar einen externen Revisor damit beauftragt, nachträglich Gründe zu finden, die seine Abberufung rechtfertigen sollen. „Ich gehe davon aus, dass nach der nächsten Aufsichtsratssitzung eine konstruierte Begründung vorgelegt wird“, sagte Junker. Er ärgert sich auch, dass man ihm eine „respektvolle, einvernehmliche Lösung“ für die Trennung verwehre.

Nach zwei Jahren war Schluss für Junker

Ende Januar war der Techniker Junker als einer von drei Geschäftsführern des städtischen Unternehmens abberufen worden. Geblieben sind sein kaufmännischer Partner Tino Schmelzle, mit dem Junker das Unternehmen seit Januar 2017 gemeinsam geführt hatte, und der neue Sprecher der Geschäftsführung, Bernd Michaelis.

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Michaelis war vor sieben Wochen als „Aufpasser“ für das in Schieflage geratene Unternehmen aus dem Ruhestand geholt worden (wie berichtet).

"Mitglieder des Aufsichtsrats haben persönliche Vorteile genossen"

Junker kritisiert auch, dass der SWN-Aufsichtsrat jahrelang seiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sei. „Außerdem genossen einige Mitglieder persönliche Vorteile. Das habe ich abgestellt und mich damit wohl unbeliebt gemacht“, sagte Junker. Der Aufsichtsrat besteht aus drei Arbeitnehmervertretern und sieben Mitgliedern, die von den Ratsfraktionen entsandt wurden.

SWN-Sprecher Niklas Grewe wollte die Angelegenheit nicht kommentieren.

"Diese Anschuldigungen müssen unverzüglich aus der Welt"

Der Neumünsteraner Ratsherr und SWN-Kritiker Jürgen Joost (LKR) nennt die Vorwürfe von Thomas Junker "besonders beunruhigend". Eine neue Dimension sei mit der Behauptung verbunden, dass es Vorteilsnahmen durch Mitglieder des Aufsichtsrates gegeben habe. Joost: „Das klingt für mich zunächst unvorstellbar. Diese Anschuldigungen müssen unverzüglich und überzeugend aus der Welt geschaffen  werden.“

"Jetzt ein Untersuchungsausschuss"

Joost: „Auf Bundes- oder Landesebene übertragen wäre jetzt ein parlamentarischen Untersuchungsausschuss fällig. Leider sieht die Gemeindeordnung dieses Aufklärungsinstrument auf kommunaler Ebene nicht vor“, teilte er mit.

Susanne Wittorf 22.02.2019
Thorsten Geil 21.02.2019
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