Gesperrte Spielplätze in Neumünster: Corona: Wenig Raum für Freunde
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Neumünster Corona: Wenig Raum für Freunde
Lokales Neumünster Corona: Wenig Raum für Freunde
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18:13 25.04.2020
Von Susanne Wittorf
Geschlossen wegen der Corona-Pandemie. Auch das Betreten des Skateparks in der Pastor-Rösner-Straße ist verboten.
Geschlossen wegen der Corona-Pandemie. Auch das Betreten des Skateparks in der Pastor-Rösner-Straße ist verboten. Quelle: Susanne Wittorf
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Neumünster

„Solange die strengen Kontaktregelungen von Bund und Land gelten, sehen wir als Stadt keine Möglichkeit, die Sperrung von Spielplätzen, selbst unter strengen Auflagen, aufzuheben“, stellte Neumünsters 1. Stadtrat, Carsten Hillgruber, klar. Es sei ihm und seinen Kollegen durchaus bewusst, dass die Situation für Kinder, Jugendliche und deren Familien im Moment sehr schwierig sei, „zum Wohle aller appelliere ich jedoch an die Menschen, sich an die Regeln zu halten“, sagte Hillgruber und verwies auf das abwechslungsreiche Online-Angebot der Stadtbücherei und diverser Kulturveranstalter der Stadt.

Deutliche Steigerung des Stresspegels in den Familien

Als Stadt mache man sich bereits Gedanken, was man perspektivisch anbieten könne, wenn die Kontaktregeln gelockert werden sollten. „Wann das sein wird, kann niemand voraussagen“, betonte Carsten Hillgruber.

Beim Kinderschutzbund stellen die Mitarbeiter eine „deutliche Steigerung der Stresspegels innerhalb der Familien“ fest. „Seit Ausbruch der Corona-Krise steigen häusliche und verbale Gewalt, unter denen vor allem die Kinder leiden, an“, sagte Till Pfaff. „So lange es Gewalt gegen Kinder gibt, sind wir für die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft da“, unterstrich der Geschäftsführer des Kinderschutzbundes. Die Kindertherapien finden deshalb auch weiterhin, unter Beachtung sämtlicher Hygieneregeln, statt.

Große Auswirkungen auf belastete Familien

Auch die Fachberatungsstelle und der Elterngarten des Vereins sind weiterhin geöffnet. „Die familiären Belastungen sind momentan für alle sehr groß. Für bereits belastete Familien, hat sich die Situation noch einmal verschlimmert“, sagte die Leiterin der Fachberatungsstelle Maike Petersen. Um den wachsenden Nöten, Ängsten und Unsicherheiten der Menschen begegnen zu können, ist eine ihrer Mitarbeiterinnen momentan komplett in der Telefonberatung tätig. „Dieses Angebot wird vermehrt von Familien in Anspruch genommen, denen mit drei kleinen Kindern Wohnung die Decke auf den Kopf fällt“, sagte Maike Petersen.

Kinder brauchen Rituale

Auch wenn Spielplätze gesperrt seien, rät die Fachfrau Eltern oder Alleinerziehenden, einmal am Tag mit den Kindern nach draußen zu gehen. „Kinder brauchen Rituale“, sagte sie. Im Elterngarten des Kinderschutzbundes können man sich auch Ideen und Materialien für die Freizeitgestaltung abholen. Unter Wahrung der Abstandsregeln stehen hier die pädagogischen Fachkräfte auch für persönliche Gespräche von montags bis freitags jeweils zwischen 10 und 13 Uhr zur Verfügung. „Und auch unsere Schatzkiste ist seit dieser Woche wieder geöffnet“, freute sich Maike Petersen. „Unser Publikumsangebot ist momentan eingeschränkt, aber wir bleiben für alle ansprechbar.“

Weitere Infos unter: www.dksb-nms.de

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