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Neumünster „Für manche schöner als zu Hause“
Lokales Neumünster „Für manche schöner als zu Hause“
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09:00 10.12.2018
Von Thorsten Geil
Christina Arpe leitet die Tafel und die Kindertafel Neumünster. Quelle: Thorsten Geil
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Neumünster

Das kleine Häuschen der Kindertafel in Neumünster ist ein ganz besonderer Ort. Er ist ein Schutzraum für die Kleinen, der mehr bietet als ein warmes Mittagessen, Hausaufgabenhilfe und Spiele am Nachmittag. „Für manche unserer kleinen Gäste ist es hier schöner als zu Hause“, sagt Christina Arpe, die Vorsitzende des Vereins Neumünsteraner Tafel.

2007 hatte sie die Idee, eine Kindertafel zu gründen – als Ableger der Tafel, die es schon seit 1994 gibt. Damit betrat Neumünster in Schleswig-Holstein Neuland, denn eine eigene Tafel nur für Kinder gab es noch nicht. Bis heute hat nur Heide ebenfalls eine Kindertafel. Mit Spendengeldern und Hilfe des Serviceclubs Round Table Neumünster wurde das Gebäude des Vereins Spieliothek renoviert und umgebaut. Bis heute arbeitet die Kindertafel hier Hand in Hand mit der Spieliothek, die beispielsweise Spielenachmittage anbietet. Das Gebäude gehört allerdings der Stadt, die es der Kindertafel mietfrei überlässt.

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Kindertafel Neumünster: Für die Kinder da sein und schauen, was fehlt

Heute kommen bis zu 16 Kinder unter 13 Jahren täglich in das Gebäude mit dem schmucken Spielplatz an der Kieler Straße, nur einen Steinwurf von der „großen“ Tafel entfernt. Die Kinder kommen alle aus Familien mit Grundsicherung oder sehr niedrigem Einkommen. Die meisten Eltern sind auch Tafel-Gäste und haben dort bereits ihre Bedürftigkeit nachgewiesen; das ist Voraussetzung, um das kostenlose Angebot zu nutzen.

Die meisten Eltern im sozialen Brennpunkt Innenstadt Neumünster wollen sich um ihre Kinder kümmern, aber manche kriegen es aus verschiedenen Gründen einfach nicht hin – finanziell, zeitlich, emotional. „Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter sind für die Kinder da und schauen auch ganz genau hin, ob ihnen etwas fehlt“, sagt Christina Arpe. Das können Winterschuhe sein, aber sehr häufig ist es auch einfach nur eine Umarmung und ein Lob für eine gut gelöste Hausaufgabe.

Aufnamestopp in der Kindertafel Neumünster

Beim gemeinsamen Essen wird auf einen freundlichen Ton und respektvollen Umgang geachtet; viele Kinder lernen hier erst, mit Messer und Gabel zu essen. Anschließend wird auch gemeinsam der Tisch abgeräumt. „Für manche Kinder ist das Mittagessen nach der Schule leider auch immer noch die erste Mahlzeit des Tages“, sagt Christina Arpe. Schön finden es die Betreuer, wenn ehemalige Tafelkinder zu Besuch kommen. Sie zeigen sich auch nach Jahren, als Erwachsene, noch dankbar und voller guter Erinnerungen.

Christina Arpe betont, dass sowohl in der Kinder- als auch der großen Tafel alles ehrenamtlich und nur mit Spendengeldern funktioniert: „Sonst würde es uns nicht geben. Wir sind sehr dankbar für die Spender, die uns zum Teil sogar seit vielen Jahren unterstützen, manche sogar Monat für Monat.“Die Tafel Neumünster feiert im nächsten Jahren den 25. Geburtstag. Etwa 3000 Personen werden hier regelmäßig mit Lebensmitteln versorgt. Christina Arpe: „Seit drei Jahren haben wir Aufnahmestopp und eine Warteliste. Das liegt nicht an fehlenden Lebensmitteln – wir schaffen personell einfach nicht mehr.“ Wer ehrenamtlich mithelfen möchte, ist gern gesehen. Kontakt: Kieler Straße 45, Tel. 04321/333855, tafelkontakt@tafel-nms.de

So können Sie "Gutes tun im Advent" unterstützen

Der Verein „KN hilft“ sammelt Spenden für die Tafeln in Bad Bramstedt, Bad Segeberg, Bordesholm, Eckernförde, Flintbek, Kaltenkirchen, Kiel, Lütjenburg, Neumünster, Nortorf, Plön, Preetz, Rendsburg und Schönberg.

Ein Spendenkonto bei der Förde Sparkasse ist eingerichtet. Unter dem Stichwort „Gutes tun im Advent“ können Sie spenden auf das Konto DE05 2105 0170 1400 2620 00.

Möchten Sie nicht, dass Kieler Nachrichten oder Segeberger Zeitung Sie als Spender erwähnen, so schreiben Sie bitte hinter den Verwendungszweck den Hinweis „kein Name“. Spenden können Sie bis Weihnachten.

Auch der Landesverband der Schausteller unterstützt die Spendensammlung. An den Freitagen (14. und 21. Dezember) werden in der Zeit von 17 bis 19 Uhr an der Pyramide auf dem Kieler Asmus-Bremer-Platz die Punschbecher der Weihnachtsmarkt-Besucher von KN-Mitarbeitern eingesammelt und zur Waschstation gebracht. Das Pfandgeld wird an die Tafeln gespendet.

Während der Aktionszeit fließen von jedem in der KN-Kundenhalle verkauften „De-Kieler“-Bild zwei Euro an „Gutes tun im Advent“.

Susanne Wittorf 09.12.2018
Thorsten Geil 08.12.2018
Thorsten Geil 07.12.2018