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Neumünster "Diese Demo gefällt uns natürlich nicht"
Lokales Neumünster "Diese Demo gefällt uns natürlich nicht"
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11:37 16.10.2019
Von Thorsten Geil
Mailin Huljus (28) ist seit drei Jahren die Centermanagerin der Holsten-Galerie. Sie wohnt in der Stadt und engagiert sich hier auch ehrenamtlich (Wirtschaftsjunioren, Ladies’ Circle). „Ich mag diese Aufgabe immer noch und fühle mich sehr wohl in Neumünster. Ich möchte gern noch ein paar Jahre hier bleiben“, sagt sie. Quelle: Thorsten Geil
Neumünster

Frau Huljus, im neuesten „Shoppingcenter Performance-Report“ der Firma Ecostra hat Ihr Haus schlecht abgeschnitten. Geschäfte in Shoppingcentern bewerten darin ihre Center; die Holsten-Galerie landet mit der Note 3,83 auf einem der hinteren Plätze. Sie beschreiben Ihr Haus aber immer als Erfolgsgeschichte. Was stimmt?

Mailin Huljus: Wir sind erfolgreich. Mit dem Ergebnis der Studie bin ich nicht zufrieden, aber dieses Zahlenwerk ist mit Vorsicht zu genießen.

Warum?

Weil nur 18 unserer 90 Mieter mitgemacht haben. Viele große Filialisten beteiligen sich daran grundsätzlich nicht. In dieser Umfrage werden Innenstadt-Shoppingcenter mit Fachmarktzentren auf der Grünen Wiese in einen Topf geworfen, aber das sind Äpfel und Birnen. Zudem werden sämtliche Städte miteinander verglichen. Kaufkraftkennziffern, Zentralitätskennziffern und andere Werte bieten aber an allen Standorten unterschiedliche Grundlagen und Herausforderungen. Das Center, das in diesem Report am besten abgeschnitten hat, hatte Bewertungen von sechs Mietern, ist das wirklich aussagekräftig?

Also alles prima in der Galerie?

Nicht alles natürlich, auch nach vier Jahren gibt es immer noch Optimierungsbedarf. 97 Prozent der Fläche sind derzeit vermietet, aber wir haben auch ein paar Leerstände. Allerdings waren gleich vier Mieter in diesem Jahr von der Insolvenz ihrer Kette betroffen, das hat uns nicht geholfen.

Haben Sie denn neue Mieter in Aussicht?

Ja, noch in dieser Woche eröffnet Nanu-Nana bei uns. Das freut uns sehr, denn die hatten Neumünster ja erst vor Kurzem verlassen. Am Haupteingang eröffnet demnächst ein neues Gastronomiekonzept, das Frittenwerk. Und im Obergeschoss füllt bald ein neues, alternatives Parfümerie-Konzept einen Leerstand. Weitere Vermietungen sind in der Pipeline, obwohl das bundesweit schwerer geworden ist.

Wie haben sich denn die Besucher- und Umsatzzahlen in der Galerie entwickelt?

Total erfreulich. Unsere ECE-Zentrale hatte 2015 vor der Eröffnung mit 17.000 Besuchern pro Tag gerechnet, und die hatten wir schon 2017 erreicht. Im laufenden Jahr liegen wir bei 19.000.

Gut, aber entscheidend ist ja, ob die Leute auch Geld ausgeben.

Das stimmt. Ich darf keine Summen nennen, aber auch die Umsätze sind seit Eröffnung um 14 Prozent gestiegen, und zwar kontinuierlich. Das ist für Center wie unseres bundesweit überdurchschnittlich. Der Umsatz mit unseren Gutscheinen ist seit Eröffnung um 20 Prozent gestiegen, die Zahl der Autos im Parkhaus um 12 Prozent. Und es gibt in Neumünster übrigens einen Montags-Effekt...

Was ist das?

Montage sind bei uns kontinuierlich überdurchschnittlich gut besucht, liegen auf dem Niveau der Freitage. Damit sticht Neumünster im ECE-Vergleich hervor. Wir wissen nicht, warum das so ist, aber wir freuen uns darüber.

Sie freuen sich aber vermutlich nicht auf die Demonstration, die am Sonnabend auf dem Gänsemarkt direkt vor dem Einkaufszentrum stattfinden soll. Der Runde Tisch für Toleranz & Demokratie, Verdi und andere haben eine Kampagne gegen Ihren Mieter Famous Tattoo gestartet. Sie sagen, hinter diesem Tätowierstudio steckten Neonazis und Rocker.

Diese Demonstration gefällt uns natürlich nicht, aber es herrscht Meinungsfreiheit. Wir prüfen die Gesamtsituation mit allen uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, mehr kann ich dazu aktuell nicht sagen.

Auch der SPD-Kreisverband Neumünster hat kritisiert, dass „das Centermanagement zur Vermeidung von Leerständen nicht gerade wählerisch ist“. In einer Pressemitteilung heißt es, die „demokratischen Parteien in der Ratsversammlung sollten mit dafür sorgen, dass die Galerie bei der Auswahl der Geschäftspartner die nötige Sorgfalt walten lässt“. Wie finden Sie das?

Das möchte ich nicht kommentieren. Ich glaube aber fest, dass die Galerie die Innenstadt von Neumünster stark aufgewertet und viele neue Geschäftskonzepte in die Stadt gebracht hat. Wir beteiligen uns finanziell am Citymanagement und machen bei allen Aktionen mit. Niemand kann sagen, wie der Großflecken sich entwickelt hätte, wenn wir nicht gekommen wären.

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