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Neumünster Gemischte Gefühle auf dem Fest
Lokales Neumünster Gemischte Gefühle auf dem Fest
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18:27 10.06.2016
Von Karsten Leng
Riesenrad und der Jumper sind für die Brüder Darko (von links), Donche und Hristiyan Trayanov aus Mazedonien die Lieblingsfahrgeschäfte auf der Holstenköste. Quelle: Karsten Leng
Neumünster

Holstenköste, ein Stadtfest, das rund 200000 Besucher anlockt. Dazu gehören auch viele Asylsuchende, die in Neumünster in der Erstaufnahme leben oder als unbegleitete Minderjährige in Betreuungsunterkünften leben. Eine Daz-Klasse der Theodor-Litt-Schule machte jetzt einen Rundgang über die Festmeile.

 In der Daz-Klasse (Deutsch als Zweitsprache) lernen 15 jugendliche Flüchtlinge – überwiegend Afghanen – Deutsch und bekommen weiteren Unterricht unter anderem in Englisch, Mathematik und Musik. Einige leben bereits seit mehr als zwei Jahren in Neumünster. Aber auch für die „Neuen“ ist die Holstenköste bereits ein Begriff. „Das ist ein großes Stadtfest in der Innenstadt rund um und auf dem Großflecken“, weiß Toufan Noory. Bei einem Rundgang entdeckt er die Backfisch-Rutsche. Als mit lautem Glockengeläut und ohrenbetäubend lauter Durchsage mehrere Portionen des Fischmenüs die Rutsche herunter sausen, hielt er sich vor Lachen den Bauch. „Das ist absolut lustig“, kommentiert der junge Afghane den Anblick.

 Die drei mazedonischen Brüder Darko, Donche und Hristiyan Trayanov, die mit ihren Eltern in Neumünster leben, sind absolute Karussel-Fans. Bereits am Donnerstag hatten sie sich eine Fahrt mit dem Riesenrad gegönnt. „Das war ganz schön hoch und sehr windig. Der Blick über die Stadt war irre“, berichtet Hristiyan. Sie hatten auch einen Abstecher auf die Klosterinsel gemacht und dort der Band Die Lechschwaben gelauscht. Die Musik kam bei den Brüdern an. „Das war eine Mischung aus Schlagern und Rock. Richtig gut“, meint Hristiyan. Die Bekleidung der Kellnerinnen im Bayern-Dorf finden die Drei allerdings komisch. Ihnen sei erklärt worden, dass diese Kleider aus Bayern stammen und Dirndl heißen würden. Mit ihren Eltern wollen sie heute das Stadtfest erneut besuchen, haben sich die Brüder vorgenommen.

 Doch nicht alle Schüler werden die Holstenköste besuchen. Die muslimischen Jugendlichen werden einen großen Bogen um die Festmeile machen. „Es ist Ramadan. Von Sonnenaufgang bis Untergang dürfen wir nicht essen und trinken. Auch der Anblick von leicht bekleideten Mädchen ist während des Ramdans nicht gut“, begründet Hamidullah Amini aus Afghanistan. Auch wenn der Besuch eines Fests während des Ramadans nicht ausdrücklich verboten sei, bliebe er dem Großflecken dennoch fern. „Da ich, wie es der Ramadan vorschreibt, tagsüber faste, fehlt mir einfach die Kraft für den Besuch der Holstenköste“, so Amini. Aber es gibt für einige Jugendliche auch andere Gründe, dem Fest fernzubleiben. „Da sind viele Polizisten. Ich bin auf der Flucht aus Afghanistan in mehreren Ländern von Polizisten verprügelt worden. Ich habe Angst“, erklärt ein Schüler, der anonym bleiben möchte.

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