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Neumünster Selbstbestimmt bis in den Tod
Lokales Neumünster Selbstbestimmt bis in den Tod
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11:03 30.06.2019
Von Susanne Wittorf
Sie stellen das Neumünsteraner Modell vor (von links): Dr. Klaus Wittmaack, Klaus Selck, Friderike Dühring-Ehrke, Ruth Hesse, Jolanta Paszak, Evelin Pallis, Günter Humpe-Waßmuth und Julia Hertz-Kleptow. Quelle: Susanne Wittorf
Neumünster

Die Hälfte stirbt im Krankenhaus, ein weiteres Viertel verlässt diese Welt in einer stationären Alten- und Pflegeeinrichtung. Um diesen Menschen ein würdevolles Sterben zu ermöglichen, hat die Hospiz-Initiative Neumünster in Zusammenarbeit mit der Palliativstation des Friedrich-Ebert-Krankenhauses (FEK) und der Christian-Albrechts-Universität ein Konzept zur Verbesserung der Hospizkultur und Palliativversorgung in den 13 stationären Pflegeeinrichtungen der Stadt entwickelt.

Neumünsteraner Modell vorgestellt

„Die Zusammenarbeit der Hospiz-Initiative mit Pflegeeinrichtungen und der Palliativstation im FEK besteht seit vielen Jahren“, sagte Günter Humpe-Waßmuth. Die Vergangenheit habe jedoch gezeigt, dass es Defizite gebe. „Sowohl unseren ehrenamtlichen Mitarbeitern, als auch dem Pflegepersonal fehlte es an Unterstützung, um die hospizliche Haltung und die palliative Pflege in den stationären Einrichtungen zu stärken“, erklärte der Vorsitzende der Hospiz-Initiative.

Enge Kooperation aller Beteiligten

Den Initiatoren des Neumünsteraner Modells war von Anfang an klar, dass sie alle Beteiligten ins Boot holen mussten, damit Pflegeheime ihre Strukturen auf eine hospizliche Grundhaltung zuschneiden und offen sind für die Unterstützung durch ehrenamtliche Hospizhelfer. „Nur eine enge Kooperation aller Beteiligten und das gemeinschaftliche Engagement kann dem Wunsch der Menschen nach einem würdevollen Sterben gerecht werden“, sagte Palliativmediziner Klaus Wittmaack.

Das Neumünsteraner Modell beinhaltet deshalb regelmäßige gemeinsame Fortbildungen von Ehrenamtlichen der Hospiz-Initiative und Mitarbeitern der stationären Pflegeeinrichtungen. Hauptamtliche Mitarbeiter der Hospiz-Initiative organisieren sogenannte Impulsschulungen und schaffen Strukturen, damit jeder Pflegeeinrichtung zwei feste Paten zur Seite gestellt werden können. „Die Paten sind nicht nur zu verbindliche Ansprechpartner für uns geworden, sie geben dem Hospiz auch ein Gesicht“, sagte Jolanta Paszak.

Land begrüßt das Modell

Das Awo-Servicehaus am Wasserturm, dessen Pflegeleiterin sie ist, gehört zu den ersten sieben Einrichtungen, die sich am Modellversuch beteiligen. „Meinen Mitarbeitern gibt der regelmäßige Austausch Sicherheit im Umgang mit den Sterbenden und deren Angehörigen. Sie profitieren sehr vom großen Wissen der ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter im Umgang mit dem Tod“, sagte Jolanta Paszak.

Das Land Schleswig-Holstein begrüßt das Neumünsteraner Modell ausdrücklich. Die Referatsleiterin des Sozialministeriums, Ruth Hesse, übergab der Hospiz-Initiative einen Förderbescheid von 110.640 Euro über einen Zeitraum von drei Jahren. Die Stadt bewilligt insgesamt 10.000 Euro für die nächsten beiden Jahre. Danach soll das Modell eigenständig laufen und im besten Falle Vorbild für andere Kommunen im Land sein.

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