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Neumünster Pferde helfen beim Aufreißen des Bodens
Lokales Neumünster Pferde helfen beim Aufreißen des Bodens
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07:00 04.11.2019
Von Sven Tietgen
Mit speziellen Kommandos steuert Kay Stolzenberg die Kaltblüter durch den Buchenwald. Quelle: Sven Tietgen
Sören

Mit speziellen Kommando-Rufen wie „hot“ für rechts oder „wies“ für links steuert Kay Stolzenberg seine mächtigen Pferde durch den Buchenslalom im Wald von Sören. In dem zertifizierten Forst dürfen Schlepper nur auf sogenannten Rückegassen fahren.

Abseits davon darf der Waldboden nicht durch schwere Maschinen verdichtet werden. Deshalb stapfen jetzt Polka und Mairun quer durch den Wald, die gebogenen Stahlzinken des Forstgrubbers reißen dabei die obere Humusschicht auf.

Natürliche Waldverjüngung mithilfe der Pferde

Das Gerät legt den darunter liegenden, bislang von Blättern und Zweigen bedeckten Waldboden frei. Dort können jetzt die Bucheckern viel leichter Wurzeln schlagen. Und davon gibt es in diesem Jahr so viele wie selten.

Förster Jörn Winter spricht von einer Buchen-Vollmast mit Millionen von Buchensamen – und einem Geschenk der Natur. „Die natürliche Waldverjüngung können wir mit den Pferden und damit mit wenig Aufwand unterstützen“, erläutert Winter.

Kaltblüter arbeiten sich streifenweise durch den Wald

Die französische Boulonnais-Kaltblüter-Dame Polka und ihre Tochter Mairun arbeiten sich nicht flächig, sondern streifenweise durch den Wald. In den freigelegten Rillen können auch andere Baumarten wie Ahorn, Esche, Kirsche oder vereinzelt Nadelbäume wie Lärche und Fichte leichter keimen und so zu einem strukturreichen Wald beitragen.

Alle fünf bis zehn Jahre wachsen die essbaren Bucheckern in Massen heran. Kay Stolzenberg legte mit seinen Pferden bei der jüngsten Buchen-Vollmast im Jahr 2014 Keimstreifen im Sörener Wald frei. In diesem Herbst wird der Inhaber eines Forst- und Pferdefuhrbetriebs mit seinen Kaltblütern auch weitere Flächen der Landesforsten aufgrubbern.

50 Hektar Wald werden aufgegrubbert

Insgesamt rund 50 Hektar Waldboden zwischen Satrup und Kellinghusen stehen für Stolzenberg in den nächsten zwei Wochen zum Aufgrubbern an. Der 45-jährige Unternehmer kommt aus dem niedersächsischen Wendland – in Schleswig-Holstein hat er seines Wissens keine Kollegen, die engagiert werden können.

Auch in Niedersachsen bieten nur zwei weitere Pferdefuhrbetriebe ihre Dienste in privaten oder staatlichen Wäldern an. „Eigentlich müssten Menschen, die diese nachhaltige Arbeits- und Wirtschaftsweise lernen und ausüben möchten, mehr gefördert werden“, sagt Stolzenberg.

Förster beobachten die heranwachsenden Buchen

Förster Jörn Winter und seine Kollegen hoffen auf eine erfolgreiche Naturverjüngung. „Man muss sehen, was die Mäuse, Tauben und andere Tiere übrig lassen.“ Wildschweine gibt es im Sörener Forst nur sehr wenige.

Auf jeden Fall gilt es für die Förster, in den nächsten 20 bis 50 Jahren die heranwachsenden Buchen zu beobachten und das Wachstum in die richtigen Bahnen zu lenken. Dabei geht es auch um die Ausgestaltung des Jagdmanagements vor Ort und die optimale Entwicklung von Licht und Schatten im Wald.

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Sehen Sie hier weitere Bilder der Kaltblüter im Buchenwald.

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