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Neumünster Juristischer Streit ums Tierheim
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06:00 03.01.2019
Von Sven Detlefsen
Im Tierheim im Stadtwald in Neumünster sollen schon bald wieder Hunde und andere Fundtiere versorgt werden. Quelle: Thorsten Geil
Neumünster

Die ehemalige Leiterin des Tierheims im Stadtwald in Neumünster geht auf Konfrontationskurs mit dem Trägerverein. Sie habe Strafanzeigen gegen den Vorstand und einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen den Tierschutzverein gestellt, sagte Dr. Stephanie Uhde unserer Zeitung.

Tierärztin hatte Ende November als Leiterin des Tierheim gekündigt

Die Tierärztin Stephanie Uhde hatte, wie berichtet, Ende November nach anderthalb Jahren bei dem Verein gekündigt. Ebenso ein weiterer angestellter Mitarbeiter. Damals hatte der Vorstand der Tierheimleiterin noch für ihre Aufbauarbeit an der Geerdtsstraße 61 gedankt.

Das Tierheim, ehemals die offizielle Tierauffangstelle der Stadt Neumünster, war vor zwei Jahren ins Schlingern geraten. Die Veterinäraufsicht hatte, wie mehrmals berichtet, den Betrieb geschlossen. Offensichtlich gab es aber auch zwischen Dr. Uhde, der Vereinsleitung und der städtischen Aufsichtsbehörde unüberbrückbare Differenzen.

Tierschutzverein: "Wir haben Liquidität"

Sie habe bis Ende Dezember ihr noch ausstehendes Gehalt nicht bekommen, teilte Uhde jetzt mit. Darüber hinaus stellt sie Forderungen an den Verein wegen ausstehender Prämien und der Bezahlung von geleisteten Überstunden. Der Tierschutzverein habe trotz Mahnungen offene Rechnungen über mehrere tausend Euro von Betrieben aus der Region nicht bezahlt, begründet Stephanie Uhde den Antrag auf ein Insolvenzverfahren. Die Strafanzeigen habe sie gegen den alten und neuen Vorstand des Trägervereins gerichtet. Den Verantwortlichen wirft sie Verschleppung der Zahlungsunfähigkeit und Betrug in Bezug auf die wirtschaftliche Vereinsführung vor. Unterlagen aus 30 Jahren Tierheimbetrieb würden einfach fehlen.

Trägerverein will mit neuem Personal und städtischer Förderung neu starten

Jens Wrangel, Schatzmeister des Tierschutzvereins, streitet die Vorwürfe der ehemaligen Mitarbeiterin rundweg ab: „Wir haben Liquidität und sind nicht überschuldet.“ Gegen das Tierheim gebe es keine offenen, fälligen Rechnungen. In Einzelfällen seien mit Vertragspartnern Zahlungsziele vereinbart worden, die auch eingehalten würden. Die ausstehende Gehaltszahlung an die ehemalige Leiterin sei Gegenstand einer arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung, die der Verein nicht kommentieren wolle.

Der Schatzmeister sieht das Tierheim auf einem guten Weg, den Betrieb wieder zu eröffnen. Worauf sich die von Stephanie Uhde angekündigten Strafanzeigen beziehen könnten, sei ihm noch unbekannt, meinte Wrangel: „Das wird nur wieder Zeit und Kraft kosten.“

Tierheim  hofft auf Fundtiervertrag mit der Stadt Neumünster

Wrangel erinnerte daran, dass die Ratsversammlung dem Verein für 2019 und 2020 jeweils 100 000 Euro für den laufenden Betrieb und für dieses Jahr weitere 100 000 Euro für Investitionen zur Verfügung stellen wolle. Mit einem neuen personellen Konzept, für das derzeit in Vorstellungsgesprächen Tierpfleger ausgewählt würden, solle dann ein neuer Fundtiervertrag mit der Stadt abgeschlossen werden. Die Klärung der personellen Besetzung hatte OB Olaf Tauras in der Haushaltsdebatte der Ratsversammlung als Voraussetzung für einen Betrieb des Tierheims gemacht. Die Aufnahme von Fundtieren ist eine wichtige Einnahmequelle für das Tierheim.

Die Stadt habe den Fundtiervertrag mit der Einrichtung in Wasbek zum Monatsende gekündigt, so Wrangel. Deshalb sei jetzt das Ziel, den Betrieb an der Geerdtsstraße möglichst schnell wieder aufzunehmen.

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