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Neumünster Eine Hilfsaktion ohne Beispiel
Lokales Neumünster Eine Hilfsaktion ohne Beispiel
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18:40 14.06.2019
Von Thorsten Geil
Es ist fertig: Rund 60 Gäste kamen am Freitag ins Kinderferiendorf, um sich die sanierten Hütten anzuschauen und sich darüber einfach zu freuen. Quelle: Thorsten Geil
Neumünster

Sie ist eigentlich nur fast abgeschlossen: Weil die Clubs mit ihren Aktionen so viel Geld verdient haben, die Bürger und Firmen so viel gespendet haben, die am Bau beteiligten Unternehmen und Lieferanten so gute Preise gemacht haben – darum sind jetzt immer noch rund 70.000 Euro in der Kasse.

Noch immer ist Geld in der Kasse

Damit werden einige Geräte auf dem Spielplatz des Dorfes angeschafft; mindestens eines soll auch für die Bedürfnisse von behinderten Kindern ausgerichtet sein - so wollten es die Clubs.

375.000 Euro sind in die Sanierung der einfachen Holzhütten aus den 1960er-Jahren geflossen, davon haben 225.000 Euro die Clubs und Spender eingebracht. Sie sind jetzt endlich barrierefrei, haben neue Dächer und eine neue Elektrik, sind gestrichen und einfach nur schick. Auch die beiden Sanitärhäuschen und die Küche erstrahlen in neuem Glanz.

350 Mitglieder zogen an einem Strang

Das Einmalige an der Aktion ist, dass alle Clubs etwa drei Jahre lang an einem Strang gezogen haben, insgesamt etwa 350 Mitglieder: beide Rotary-Clubs, beide Lions-Clubs und ihre Leos, die Round Tabler und die Old Tablers, Zonta, Inner Wheel und Ladies Circle. Auch der Verein „Patienten und Zahnärzte helfen Kindern in Not“ hat sich mit einer beträchtlichen Summe eingebracht.

Babett Schwede-Oldehus und Bernd Ickert sprachen am Freitag bei einer kleinen Feier stellvertretend für die beiden Arbeitsgruppen (Organisation und Marketing sowie Bau) und alle Clubs.

Mit den Lions Holsten fing alles an

Sie ließen das drei Jahre währende Projekt kurz Revue passieren und erinnerten auch daran, dass es die Lions Neumünster-Holsten waren, die sich das Projekt als erste auf die Fahnen geschrieben hatten und mit dem ersten der sechs Wohnhütten angefangen waren. Als sie aber merkten, dass die komplette Sanierung sie überfordern würde, holten sie die anderen Clubs ins Boot.

Eine charmante Nötigung musste sein

Diese neue Gemeinschaft ging dann mit einer charmanten Nötigung auf die Ratsversammlung zu: „Wir sanieren und organisieren alles, aber ihr müsst auch 150.000 Euro in den Topf werfen.“ So geschah es. Weil also die Stadt als Eigentümerin des Geländes nicht selber baute, konnte auf langwierige und teure Ausschreibungen verzichtet werden.

Die Clubs nutzen ihre Beziehungen

Stattdessen nutzten die Clubs ihre Beziehungen, holten viele Unternehmen und die Bau-Innung mit ins Boot und packten einfach an. Eitelkeiten unter den Clubs sollen während der gesamten Projektdauer komplett ausgeblieben sein.

Keine Sponsorenbanner

Auch am Ende herrschte Einigkeit: Die idyllisch gelegene Einrichtung für Kinder soll nicht durch Sponsorenbanner verhängt werden. Darum steht seit gestern ein schmucker Totempfahl am Eingang, auf dem jeder Club und jeder Sponsor ein kleines, bescheidenes Schild annageln durfte.

"Wir wollen das Dorf ja komplettieren"

Oberbürgermeister Olaf Tauras bedankte sich im Namen der Kinder der Stadt für die "einmalige Gemeinschaftsaktion". Er deutete an, dass die Stadt sich um die Sanierung des KFD-Hausmeisterhauses kümmern wolle, denn das haben die Clubs bewusst nicht angefasst; dies sei eindeutig Aufgabe der Stadt. Tauras: "Ich finde die Idee gut. Wir wollen das Dorf ja komplettieren."

Die Serviceclubs haben das fertig sanierte Kinderferiendorf offiziell an die Stadt Neumünster übergeben.

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