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Neumünster Klinik Dr.Lehmann schließt
Lokales Neumünster Klinik Dr.Lehmann schließt
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06:00 03.07.2019
Von Thorsten Geil
Klaus Westermann, Dr. Frank Supke und Dr. Gerhard Schubert (von links) haben die Klinik an der Marienstraße (im Hintergrund) geschlossen. Das fiel ihnen nicht leicht. Quelle: Thorsten Geil
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Neumünster

Der Betrieb wurde dort eingestellt, aber das Medizinische Versorgungszentrum Dr. Lehmann (MVZ) mit dem gesamten Team bleibt erhalten und zieht in die direkte Nachbarschaft des Friedrich-Ebert-Krankenhauses (FEK).

Der Bau aus der Zeit um die Jahrhundertwende ist beim besten Willen nicht mehr für ein Krankenhaus geeignet. Alles ist in die Jahre gekommen, zu verwinkelt, zu eng und nicht barrierefrei; nicht alle Patientenzimmer haben ein eigenes Bad. „Vor etwa zehn Jahren wollten wir modernisieren, aber uns wurde schnell klar, dass das allein durch die heutigen Brandschutzbestimmungen nicht mehr wirtschaftlich gewesen wäre. Dann haben wir gemeinsam mit dem FEK umgedacht und entschieden, die Räume aufzugeben“, sagt Dr. Gerhard Schubert. Er und Dr. Frank Supke waren bis 2007 die Inhaber der Lehmann-Klinik. Seitdem ist sie bereits eine vollständige Tochter des FEK und verschmilzt nun endgültig. Das Gebäude soll verkauft werden.

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Normale Arztpraxis bleibt mit dem gesamten Team erhalten

An der Marienstraße ist aber auch das Medizinische Versorgungszentrum Dr. Lehmann (MVZ) angesiedelt, und diese normale Arztpraxis bleibt mit dem gesamten Team erhalten. Sie schließt am 3. Juli, und am 9. Juli eröffnet die Praxis in den neuen Räumen am Sachsenring 26-28. Dort wurde das untere Stockwerk eines Mehrfamilienhauses der Kock-Siedlung für die Praxis entkernt und umgebaut.

Der Vorteil des neuen Standorts mit rund 500 Quadratmetern: Er liegt genau gegenüber vom FEK und gewährleistet kurze Wege. Die Operationen der Ärzte Schubert, Supke und Klaus Westermann finden künftig in dem nagelneuen Ambulanten Operationszentrum (AOZ) im FEK statt. Neben den beiden Inhabern und Westermann sind zwei weitere Ärzte bei Lehmann beschäftigt. Sie und alle zehn Mitarbeiter ziehen mit um; die Mitarbeiter der Klinik wurden vom FEK übernommen.

Betten der alten Klinik werden gespendet

Schon am 1. Juli wird erstmals im FEK operiert. „Wir lernen gerade viel über die Prozesse im FEK, denn natürlich müssen wir uns an die Abläufe anpassen. Aber die Zusammenarbeit mit dem FEK klappt seit 2007 wirklich gut. Man kann nicht sagen, dass wir Kleinen vom großen Bruder erdrückt wurden“, sagt Schubert.

Die Betten der alten Klinik werden gespendet und von einer wohltätigen Organisation abgeholt. Alle Mitarbeiter sind ein bisschen wehmütig, denn die Arbeit in der kleinen Privatklinik war etwas Besonderes. Das bestätigt auch Elke Petersen, Urgestein in der Lehmann-Verwaltung. „Ich bin jetzt 36 Jahre hier und sehr traurig. Es gab immer kurze Wege und eine enge Zusammenarbeit im Team“, sagt sie.

Dass es in der Lehmann-Klinik auch für die Patienten eine besonders Atmosphäre war, belegt ein Gruß einer ehemaligen Patientin, der seit Jahren in der Mitarbeiter-Küche hängt: „Wenn man statt Beruf Berufung sucht, landet man bei der Klinik Dr. Lehmann. Danke für die liebevolle Betreuung!“

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