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Neumünster Magische Momente – sinnliche Sünden
Lokales Neumünster Magische Momente – sinnliche Sünden
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15:40 16.06.2019
Von Susanne Wittorf
Als der Regen nachließ, kam der Wind. Widrige Wetterumstände schienen die Künstler Christa Krings, Giovanni Zocco und Matthias Stötzel nicht zu stören. Mit großer Freude unterhielten sie ihr begeistertes Publikum am Einfelder See. Quelle: Susanne Wittorf
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Neumünster

„Ich bin heute Abend für fast alles verantwortlich, aber nicht für das Wetter“, begrüßte Claudia Toppe ihr Publikum. Wie immer war die Organisatorin des Festivals bestens vorbereitet. Bühne und Zelte auf dem Gelände des Ruderclubs waren am Sonnabend liebevoll dekoriert, vom Helferteam vorbereite Speisen und Getränke warteten auf die Gäste, und Regencapes wurden verteilt. Pünktlich zum Start um 20 Uhr fing es nämlich erneut an zu regnen. Claudia Toppe blieb gelassen. Schließlich wusste sie, mit der Tänzerin, Schauspielerin und Sängerin Christa Krings, dem Pianisten Matthias Stötzel und dem Tänzer Giovanni Zocco drei ihr bekannte Profis engagiert zu haben, die ihre gemeinsamen Auftritte mit großer Spielfreude zelebrieren.

Liebe, Lust und Leiden

„Magische Momente – sinnliche Sünden“ versprach das abwechslungsreiche Programm aus Schlagern und Chansons der 20er- bis 40er-Jahre, aus Prosa und Poesie zu allen Facetten von Liebe, Lust und Leiden und aus längst vergessenen Geschichten der griechischen Mythologie. Auf die Erzählung der untreuen Liebesgöttin Aphrodite folgte das Lied der Dietrich „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“, auf die Entstehungsgeschichte von Hermaphrodit folgte eine Reisewarnung: „Springen Sie im Urlaub nie in eine Ihnen unbekannte Quelle, Sie könnten mit mehr herauskommen, als Sie reingesprungen sind“, warnte Matthias Stötztel das amüsierte Publikum. Auch mit derlei lässigen Bemerkungen verliehen die Künstler ihrer unbändigen Spielfreude Ausdruck und begeisterten das sich prächtig amüsierende Publikum.

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Hintergründige Frivolität

„Sensationell! Die drei singen, spielen und tanzen, als hätten sie die Sonne vor Augen“, sagte Besucher Frank Köhn bereits zur Pause. Er ziehe den Hut vor Claudia Toppe und ihrem Team, denen es immer wieder gelänge, „so außergewöhnliche Künstler nach Einfeld zu holen“.
Christa Krings strahlte. „Die Leute sind gut dabei“, freute sich die völlig durchnässte Sängerin. Sie habe den Eindruck, dass dem Einfelder Publikum die Sprache alter Mythen und Gedichte und die hintergründige Frivolität der Lieder ebenso gefalle, wie ihr. „Das ist wunderbar. Wenn man auf der Bühne steht und die Begeisterung des Publikums spürt, macht einem der Regen nichts aus“, sagte die Hamburgerin. Matthias Stötzel kommentierte das Wetter auf seine Weise. „Jetzt hören Sie die von mir entwickelte Improvisation ‚Hüte Dich vor dem Kurzschluss‘“, wandte er sich ans Publikum und wischte die Tasten seines E-Pianos unter schrägen Tönen mit einem Handtuch trocken.

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