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Neumünster Spaziergang zur mystischen Moor-Seite
Lokales Neumünster Spaziergang zur mystischen Moor-Seite
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13:55 10.06.2019
Von Susanne Wittorf
Märchenerzählerin Sonja Truhn weist die Besucher auf die Besonderheiten einer alten Birke und ihrer Nachbarin, der Eiche, hin. Quelle: Susanne Wittorf
Neumünster

Jahrhundertelang fürchteten die Menschen das Moor. Es war der Ort böser Geister – verwunschen und bedrohlich. Erst spät lernte der Mensch das Moor zu beherrschen. Torf wurde abgebaut und die Flächen entwässert, um Landwirtschaft zu betreiben. Mit den Mooren verschwand auch eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt.

Heute gibt es Bemühungen, ehemalige Moorflächen zu renaturieren. Auch die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat sich dieser Aufgabe angenommen. Im Rahmen ihres diesjährigen Naturgenuss-Festivals, einem 120 Veranstaltungen umfassenden Festival von Juni bis September, lud die Stiftung zu einem nächtlichen Erzählspaziergang ins Dosenmoor.

Mit allen Sinnen wahrnehmen

 „Wir wollen die Menschen auf genussvolle Weise für die Natur begeistern“, erläuterte Silvia Janzen von der Stiftung Naturschutz das Festivalkonzept. Bei Sonja Truhn läuft sie damit offene Türen ein. Seit über 15 Jahren erzählt die Märchenerzählerin Geschichten inmitten der Natur. Ihre Zuhörer sind dabei stets aufgefordert das Erzählte mit allen Sinnen wahrzunehmen.

Zur nächtlichen Wanderung durchs Dosenmoor war anfangs vor allem der Großmut gefordert. Unzählige Mücken hatten es auf die Besucher abgesehen, als diese um halb zehn zur zweistündigen Wanderung durchs Moor starteten. Beim ersten Erzählplatz unter einer alten Birke waren die Zuhörer dann auch hauptsächlich damit beschäftigt, sich die kleinen Plagegeister zu erwehren. Sonja Truhn ließ sich nicht beirren und erzählte ihre erste Geschichte. Die Unruhe schwand beim zweiten Halt auf dem Steg. Hier packte die Erzählerin ihre Kranichflöte aus und spielte eine ruhige Weise inmitten der faszinierenden Moorlandschaft.

Liebesgeschichte vom Froschmädchen

Weiter ging es in die Dämmerung hinein. In einer Birkenallee erzählte Truhn die Liebesgeschichte vom Froschmädchen, während in der Ferne die Frösche quakten. Langsam wurde es dunkel. Kleine Laternen wurden angezündet, und die Zuhörer konnten von einem Birken-Holunder-Rosenblätter-Trank und Dinkelkeksen – beides spielte in der Geschichte eine bedeutende Rolle – kosten. Gut gestärkt, ging es abschließend zum Lieblingsplatz der „Mooralten“, die hier laut Sonja Truhn seit der Entstehung des Dosenmoores vor 12 000 Jahren lebt.

Unter einer uralten Birke lauschten die Gäste der Geschichte von einer Verwandlung im Moor. In der Ferne erleuchteten Blitze eines nahenden Gewitters den dunkel Nachthimmel.

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