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Neumünster Notfallkarten für Opfer von Gewalt
Lokales Neumünster Notfallkarten für Opfer von Gewalt
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06:00 19.10.2018
Von Benjamin Steinhausen
Mo-Corazon Seehawer, Koordinatorin des KIK-Netzwerks, überreichte einen Karton mit Notfallkarten an Polizeikommissar Yannick Zittlau vom 1. Polizeirevier. Mit insgesamt 3000 Karten sind die Funkwagen der Polizei Neumünster jetzt bestückt. Quelle: Benjamin Steinhausen
Neumünster

„Sie sind ein erster Schritt, Opfern häuslicher Gewalt zu zeigen, dass sie sich Hilfe holen können“, sagte Petra Strahl, Leiterin der Präventionsstelle in der Polizeidirektion Neumünster.

„Laut einer Studie des Bundesministeriums für Familie ist jede vierte Frau in Deutschland Opfer von Gewalt“, macht Mo-Corazon Seehawer, Koordinatorin des Netzwerkes, deutlich. In Neumünster bearbeitet die Fachberatungsstelle bei häuslicher und sexualisierter Gewalt „Notruf Neumünster“ jährlich bis zu 350 Fälle. Darunter 150 Meldungen, die direkt von der Polizei nach einem Einsatz kommen, darunter wiederum rund 60 Fälle mit Wegweisung des Täters aus der Wohnung. Hinzu kommen Selbstmelder, Opfer von Vergewaltigungen und sexuellem Missbrauch, sowie Meldungen von Angehörigen, etwa 150 pro Jahr. „Die Dunkelziffer ist zehn- bis zwölfmal so hoch“, schätzt Seehawer. Männer sind in den seltensten Fällen Opfer.

„Bei häuslicher Gewalt sind in der Regel Polizeibeamte als erste vor Ort. Die Beamten vergewissern sich erstmal, dass keine Kinder im Haus sind. Andernfalls schreiben sie direkt einen Bericht an den Allgemeinen Sozialen Dienst. Ebenso informieren sie unmittelbar den ‚Notruf Neumünster‘“, erklärte Petra Strahl weiter. Lageabhängig entscheiden die Beamten vor Ort, ob und wie lange der Täter die Wohnung verlassen muss – maximal 14 Tage.
„Wenn ein Opfer häuslicher Gewalt eine Anzeige zurückzieht, laufen die Ermittlungen weiter, weil die Staatsanwaltschaft hier ein öffentliches Interesse sieht. Speziell geschulte Sachbearbeiter laden sowohl Opfer als auch Täter vor“, erklärte Polizistin Petra Strahl.

Das KIK startete im Jahr 2000. Etwa 20 Institutionen sind inzwischen Teil davon. Der Notruf Neumünster ist unter Tel. 04321/42303 zu erreichen.

Die Pläne des Landes, die Flüchtlingsunterkunft am Haart in Neumünster auszubauen, kommen im Stadtteil nicht gut an. Der Beirat stimmte bei einigen Enthaltungen dagegen. Das Land müsste für den Ausbau Flächen der ehemaligen Kaserne von der Stadt kaufen.

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