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Neumünster Midyatli lobt Haltung gegen Rechts
Lokales Neumünster Midyatli lobt Haltung gegen Rechts
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14:08 17.01.2020
Von Susanne Wittorf
Die Gastgeber Volker Andresen und Kirsten Eickhoff-Weber (rechts) haben die stellvertretende Bundesvorsitzende ihrer Partei, Serpil Midyatli, in ihre Mitte genommen. Quelle: Susanne Wittorf
Neumünster

„Für Ihren Einsatz gegen Faschisten und Rechtspopulisten, dafür möchte ich Ihnen danken“, wandte sich Serpil Midyatli an die mehr als 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Vereinen. „Neumünster ist ein Vorbild für Freiheit und Vielfalt. Und das nicht erst seit gestern.“ Seit Jahren zeige die hiesige Zivilgesellschaft Flagge gegen Rechts. „Vor dieser Haltung verneige ich mich“, schloss die stellvertretende Bundesvorsitzende ihre Rede.

„Das Tempo in der Gesellschaft hat unheimlich an Fahrt aufgenommen.“

Zuvor hatte sie landes- und bundespolitische Themen angesprochen. Deutschland habe erneut einen Rekord bei den Rüstungsexporten erzielt. „Die SPD in Schleswig-Holstein und im Bund sprechen sich klar gegen Waffenexporte aus. Unser Weg muss die Diplomatie sein“, forderte Midyatli. Beim Thema Digitalisierung rückte sie die Menschen in den Fokus. „Das Tempo in der Gesellschaft hat unheimlich an Fahrt aufgenommen“. Bei vielen Menschen führe das zu Verunsicherungen. „Die SPD muss Angebote an die Menschen machen, damit die Digitalisierung kein Schreckensbild zeichnet, sondern zu mehr Freiheit führt“, sagte die gebürtige Kielerin.

Sechsstundentag in der Arbeitswelt von Morgen

Die SPD habe keine Angst vor Veränderungen, betonte Serpil Midyatli. Im Gegenteil: die Partei sei für mutige Entscheidungen bekannt und habe sich deshalb für die Abschaffung von Hartz IV ausgesprochen. „Was damals richtig war, trifft auf heutige Verhältnisse nicht mehr zu“, sagte sie und plädierte für die Einführung eines Bürgergeldes. „Weiterbildungsangebote müssen erhöht und neue Arbeitszeitmodelle geschaffen werden“. Nur mit flexiblen Arbeitszeiten könne man dem Fachkräftemangel begegnen, unterstrich die SPD-Politikerin und brachte den Sechsstundentag ins Spiel. Beim Publikum sorgte der Vorschlag für leises Gelächter und Diskussionen. „Das Fachkräfteeinwanderungsgesetz wird unsere Probleme nicht lösen“, fügte Serpil Midyatli hinzu. Manchmal müsse man Dinge in Frage stellen. „Der Dialog bleibt unsere Aufgabe.“
„Lasst uns alle auf diesem Weg bleiben“, pflichtete ihr die Vorsitzende des Kreisverbandes Kirsten Eickhoff-Weber bei, „dann werden wir auch Dämmerung am Horizont sehen.

Grüne haben Standortentscheidung in letzter Minute verhindert

Der Vorsitzende der SPD-Rathausfraktion Volker Andresen ließ 2019 Revue passieren. Zu den großen politischen Themen zählte er die Auseinandersetzungen um die Umgestaltung des Großfleckens, die Beschlüsse zur Klimaneutralität, die Mitgliedschaft im Bündnis „Mayors for Peace“, der Rückzug Olaf Tauras’ von einer erneuten Kandidatur zum Oberbürgermeister und das Scheitern einer Standortfindung für die KSV-Halle. Bei den beiden letzten Themen konnte sich Andresen eine Spitze Richtung Tauras und der Grünen, die seiner Meinung nach „fünf nach zwölf“ eine Standortentscheidung verhinderten, nicht verkneifen. Ansonsten attestierte er den demokratischen Fraktionen im Rat eine gute Zusammenarbeit und viele politische Schnittmengen. „Das kann gerne so weitergehen“, sagte Volker Andresen.

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