Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Neumünster Neumünsteraner gingen auf die Straße
Lokales Neumünster Neumünsteraner gingen auf die Straße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:01 25.05.2018
Von Thorsten Geil
„Starfighter fallen vom Himmel, Schulen nicht“ steht auf einem Transparent. Rund 1000 junge Menschen demonstrierten 1971 gegen Lehrermangel, Schulraumnot, schlechte städtische Jugendarbeit und für die Schaffung eines selbstverwalteten Jugendzentrums. Das Foto entstand auf dem damals noch unbebauten Platz zwischen Stadthaus und Rathaus (oben rechts). Quelle: Walter Erben/Sammlung: M. Krebs
Anzeige
Neumünster

Der Titel ist ein klein wenig geschummelt: „68er Bewegung – Neumünsters Jugend geht auf die Straße“ heißt die neue Ausstellung im Museum Tuch+Technik. Die zeigt tatsächlich tolle Fotos, aber kein einziges wurde 1968 aufgenommen. Neumünster hatte auch damals schon keine Universität und keine Studenten, und die legendären 68er waren halt in erster Linie Studenten. „In Neumünster war eben alles etwas kleiner und beschaulicher“, sagte Museumsleiterin Astrid Frevert zur Eröffnung.

Das heißt aber nicht, dass die jungen Leute nicht auch kritisch waren und für und gegen alles Mögliche demonstrierten. Davon zeugen die 37 großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien, die jetzt im Museum zu sehen sind. Eigentlich sind sie nicht im Museum, sondern vor dem Museum zu sehen, denn sie stehen vor den Fenstern und sind von außen gut zu sehen. Das ist im Tuch+Technik ein bewährtes Konzept.

Anzeige

Die meisten der Fotos hat der damalige Pressefotograf Walter Erben gemacht. Sie werden ergänzt durch einige Bilder der Deutschen Presseagentur und zeigen die Demonstrationen in Hamburg, Bonn oder Berlin.

Als Kuratorin hat das Museum die Journalistin Monika Krebs gewonnen, die mit Walter Erben gearbeitet hat und im Besitz seines fotografischen Nachlasses ist. „Walter Erben hat die Stimmung dieser Zeit meisterhaft festgehalten“, findet Monika Krebs. Die Fotos in der Ausstellung stammen aus den 1970er-Jahren.

Die Ausstellung ist bis zum 25. November zu sehen.

Thorsten Geil 25.05.2018
Thorsten Geil 24.05.2018