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Neumünster Neumünster: CDU stärkste Kraft
Lokales Neumünster Neumünster: CDU stärkste Kraft
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00:18 29.05.2013
Von Sabine Nitschke
Stärkste Fraktion: Der CDU-Tisch um Wolf Rüdiger Fehrs (Mitte) mit Britta Einfeldt (von links), Hauke Hahn (halb verdeckt), Wolf Haake, Babett Schwede-Oldehus und feiert das Wahlergebnis. Quelle: Leng
Neumünster

Bei einer Wahlbeteiligung von nur 39,78 Prozent (2008 noch 41,8) hatten der NPD, die in allen 22 Wahlbezirken angetreten war, 408 Stimmen genügt, um in die Ratsversammlung einzuziehen. „Unfassbar!“, kommentierte Thomas Krampfer von den Grünen. Esther Hartmann vom Bündnis für Bürger (BfB) empörte sich: „Dass ist ungerecht, dass die 1,64 Prozent genauso einen Sitz bekommen wie Die Linke mit drei Prozent.“ Die NPD erfuhr erst von unserer Zeitung von diesem Ergebnis. „Das ist natürlich denkbar knapp, und wir werden im Rat nicht Welten bewegen können, aber wir werden dieses Ergebnis ausbauen“, sagte der künftige Ratsherr Mark Proch auf Anfrage.

 Die CDU baute ihren Anteil von zuletzt 34,35 Prozent deutlich auf 36,47 aus. Die bisherige Fraktionschefin Sabine Krebs wird übrigens für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung stehen. Die Sozialdemokraten fuhren, nachdem vor fünf Jahren noch patt geherrscht hatte zwischen den „beiden Großen“, diesmal 34,01 (33,92) Prozent ein und verfehlten das von Spitzenkandidat Uwe Döring vorgegebene Ziel, wieder stärkste Fraktion zu werden. Besonders bitter: Minister a. D. Döring musste sich in seinem Tungendorfer Wahlkreis Gerd Lassen (CDU) geschlagen geben, bekommt aber einen der drei Listenplätze der SPD, die 14 Ratsmitglieder stellen wird.

 Zwei von seinen bisher fünf Sitzen muss das Bündnis für Bürger abgeben. BfB-Chef Jörn Seib war mit den 6,14 Prozent dennoch zufrieden. Zerknirschte Gesichter dagegen bei der FDP, die vor fünf Jahren mit fast zehn Prozent ihren größten Erfolg in Neumünster erzielt hatte und nun mit halbierter Zwei-Personen-Mannschaft weitermacht. Kreisvorsitzender Reinhard Ruge: „Bei dieser Kommunalwahl kommt der Bundestrend zum Zuge, auch bei den anderen Parteien.“

 Den Überraschungs-Erfolg des Abends räumten die Grünen ab, die sich von 8,9 auf 12,5 Prozent steigerten. Mit dem einen Sitz mehr als bisher sah Krampfer die an der Sache orientierte Politik honoriert. „Wir werden uns keinem Bündnis verpflichtet fühlen.“

 „Wir haben unser Ziel erreicht. Wir müssen jetzt sehen, mit welchen Fraktionen wir übereinstimmen, und die werden wir dann unterstützen“, sagte Thomas Puls, der für die Piraten dem Rat angehören wird.

 Wie alle anderen Parteien haben auch das Bündnis gegen Rechts und der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie den Einzug der NPD in den Rat bedauert. Tisch-Moderator Henning Möbius: „Der NPD ist es gelungen, Sitz und Stimme im Rathaus zu erringen, in das vor 80 Jahren die NSDAP mit großem Getöse eingezogen war.“ Im Sinne einer demokratischen Entwicklung gelte es, die Einflussnahme der NPD so gering wie möglich zu halten.