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Neumünster Niedrigwasser: Hungersteine liegen frei
Lokales Neumünster Niedrigwasser: Hungersteine liegen frei
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19:07 21.10.2019
Von Clemens Behr
Die Hündin Adja steht vor dem freigelegten Hungerstein am Einfelder See.  Quelle: Clemens Behr
Neumünster

„Das ist nicht nur das Ergebnis zweier regenarmer Sommer“, sagt Jürgen Strube, Abteilungsleiter Natur und Umwelt der Stadt Neumünster, angesprochen auf den geringen Wasserpegel im Einfelder See. „Viele vergessen, dass auch der letzte Winter ein trockener war.“ Der Einfelder See ist als „zu- und abflussloser Rinnensee“ vor allem grundwassergespeist. Regnet es, steigt auch der Grundwasserspiegel. In einem normalen Winter fülle sich das Gewässer also wieder auf. „Dieses Mal ist die Wassermenge aber eher noch weiter gesunken. Etwas erholt hat sich die Situation nur im Frühjahr kurz“, so Strube.

Hungersteine erstmals seit den 1970er Jahren wieder frei

Bereits ab Mitte April fiel das Wasser aber schon wieder ab. Die aktuellsten Daten des Landes weisen einen Pegelstand von 26,04 Meter über Normalnull aus – 24 Zentimeter weniger als zum gleichen Zeitpunkt in 2018, sogar 79 Zentimeter weniger als 2017. So tief also, dass sogar die Hungersteine in der Mühbrooker Dorfbucht aus dem Wasser ragen. „Das erste Mal seit den 70er Jahren. Im letzten Jahr konnte man sie nur erahnen“, sagt Mühbrooks Bürgermeister Wulf Klüver. Die Hungersteine wurden in Jahren extrem niedriger Stände am Rande des Sees eingelassen. Die Gravur der vordersten Platte lässt die Zahl 1974 erahnen. Sie liegt frei. Der Stein von 1959 ist nur noch etwa eine Fingerkuppe unter der Wasseroberfläche.

Wasserstand im Einfelder See in Zentimeter

Segel-Club Neumünster mit schwieriger Saison

Am flachen Ufer der Mühbrooker Dorfbucht gehen im Sommer viele Kanuten ins Wasser. Für sie reicht das Wasser im Einfelder See noch allemal. Die Segler allerdings haben schwierige Monate hinter sich. „Das war die ganze Saison Thema bei uns“, sagt Markus Fehrs, 1. Vorsitzender des Segel-Clubs Neumünster. „Die Älteren haben schon Geschichten von früher erzählt. Dort wo im See Untiefen waren, haben sich die Leute mit Tischen und Stühlen auf die kleinen Inseln gesetzt.“

Die Anlegestellen am Vereinsheim der Segler ragen zurzeit weit aus dem Wasser heraus. „Ich kann mich noch an ein Jahr erinnern, als ich als Kind trockenen Fußes unter den Stegen hindurchgehen konnte. So weit ist es noch nicht. Da fehlen noch etwa 15 Zentimeter“, so der 49-Jährige. Am 3. Oktober endete beim Segel-Club traditionsgemäß die Saison – zumindest offiziell. Viele Boote wurden schon im Sommer an Land geholt und Veranstaltungen abgesagt.

Hoffnung auf nassen Winter

Gravierende Folgen des geringen Wasserstandes sind für Tiere und Pflanzen nicht zu erwarten. „Das Schilf in der Nähe des Ufers wird in Mitleidenschaft gezogen, aber erholt sich bei steigendem Pegel auch schnell. Für die Fische stellt die geringe Wassermenge zunächst kein Problem dar“, erklärt Strube. Ob bei unverändertem Stand langfristige Auswirkungen auftreten, seien indes Spekulationen. „Jetzt sollten wir erstmal alle hoffen, dass der See sich in diesem Winter wieder regenieriert.“

Nachrichten aus Neumünster

Die Auswirkungen des Niedrigwassers sind rund um den Einfelder See zu erkennen.

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