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Neumünster Haushalt wurde in acht Jahren saniert
Lokales Neumünster Haushalt wurde in acht Jahren saniert
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06:00 02.10.2018
Von Thorsten Geil
2017 wurde mit der Erweiterung des Industriegebiets südlich der Südumgehung begonnen. Auch hier hat die Stadt mittlerweile Gewerbeflächen verkauft. Quelle: Sabine Nitschke
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Neumünster

Für das Jahr 2019 sehen Oberbürgermeister Olaf Tauras und Kämmerer Oliver Dörflinger (beide CDU) ein Plus von 5,4 und für 2020 von 7,8 Millionen Euro vor. Und nicht nur das: Die kurzfristigen Kassenkredite betragen null Euro. 2010 stand die Stadt bei den Banken noch mit 61 Millionen Euro dieser meist sehr teuren Kredite in der Kreide. Auch die aufgelaufenen Defizite, die jahrzehntelang im Haushalt vor sich hergeschoben wurden, sind verschwunden.

Die Stadt agiert wie ein Häuslebauer

Die Kredite, die für Investitionen aufgenommen werden, werden laut Plan ebenfalls weiter sinken. Ende 2019 sollen es noch 111 Millionen Euro sein, Ende 2020 nur noch 85 Millionen. Dabei hilft eine Maßnahme, die auch Häuslebauer gern anwenden, denn die Stadt will 2020 umschulden. Für Sondertilgungen kassieren die Banken zwar Vorfälligkeitsentschädigungen von rund sechs Millionen Euro, aber über die ursprüngliche Laufzeit wären neun Millionen Zinsen fällig gewesen. Das rechnet sich.

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Sparpaket bringt zehn Millionen im Jahr

Es gibt im Wesentlichen drei Gründe, die zur Sanierung des Haushalts geführt haben. Zum einen hatte der neu gewählte OB Tauras ein ganzes Jahr lang mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der Ratsversammlung ein riesiges Konsolidierungspaket geschnürt. Das griff ab 2011 und entlastet den Haushalt seitdem jedes Jahr um etwa zehn Millionen Euro.

Zweiter Punkt sind Hilfen vom Land, etwa die Konsolidierungshilfen für finanzschwache Kommunen. Die laufen jetzt für Neumünster allerdings aus, weil die Stadt nicht mehr finanzschwach ist. Der neue kommunale Finanzausgleich spielt den kreisfreien Städten seit 2015 ebenfalls in die Hände.

Gewerbesteuern fließen reichlich

Dritter Punkt ist die boomende Wirtschaft: Früher kamen maximal 30 Millionen Euro Gewerbesteuer im Jahr in die Stadtkasse; mittlerweile sind es bis zu 47 Millionen. Steigende Einwohnerzahlen, sinkende Arbeitslosigkeit, zahlreiche Grundstücksverkäufe und niedrige Zinsen helfen natürlich auch.

Thorsten Geil 01.10.2018
Benjamin Steinhausen 01.10.2018
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