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Neumünster Getöteter Mann: Polizei sucht Südländer
Lokales Neumünster Getöteter Mann: Polizei sucht Südländer
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16:02 17.09.2018
Von Thorsten Geil
Der Tag nach der Tat: An der Friedrichstraße wurden Blumen und Kerzen niedergelegt. Quelle: Thorsten Geil
Neumünster

Am Sonntag gegen 6 Uhr war der junge Mann (20) von dem Unbekannten an der Friedrichstraße heftig attackiert worden. Er wurde so schwer verletzt, dass er wenige Stunden später im Friedrich-Ebert-Krankenhaus verstarb.

"Es war eine kurze körperliche Auseinandersetzung, deren Hintergründe noch unklar sind. Das Opfer erlitt eine tödliche Stichverletzung; das Tatwerkzeug kann derzeit noch nicht sicher bestimmt werden", teilte Oliver Pohl mit, Sprecher der Polizeidirektion Kiel.

Hintergründe sind noch unklar

Am Tatort, der zwischen der Post und dem Jobcenter sowie dem linksalternativen Jugendzentrum AJZ liegt, war sehr viel Blut auf das Pflaster geflossen. Die Polizei hält es für möglich, dass auch der Täter eine blutende Wunde hatte.

Der Täter flüchtete anschließend in Richtung Bahnhof. Er wird folgendermaßen beschrieben: etwa 1,80 Meter groß, ungefähr 30 Jahre alt, hellgraue Kapuzenjacke, dunkler Dreitagebart, südländisches Erscheinungsbild, sportliche Figur.

Auch ein Spürhund war im Einsatz

Am Montagmorgen war die Polizei erneut am Tatort, diesmal mit einem Spürhund. Eine Beamtin hielt dem Belgischen Schäferhund mehrfach eine Geruchsprobe vor die Schnauze; der marschierte dann durch den Posttunnel in Richtung Kaiserstraße und Bahnhof. Dort, am Hinterausgang der Spielhalle, hatte die Polizei am Sonntag gegen 18.15 Uhr noch einen Gegenstand gesichert.

Die Ermittler gehen weiterhin jeder Spur nach und nutzen auch "spezielle Kriminaltechnik", wie sie mitteilten. Einzelheiten würden nicht bekannt gegeben, um sogenanntes Täterwissen für spätere Vernehmungen nutzen zu können.

"Das war so ein lieber Kerl"

Am Tatort, auf der Mauer vor dem Jobcenter, liegen seit Montagmorgen Blumen, und es brennen ein paar Kerzen. Auch Hasan (45) war Montagmittag gekommen. Er kannte das Opfer und ist immer noch erschüttert. "Das war so ein lieber Kerl, der hat garantiert niemandem etwas getan. Das ist echt traurig."

Hasan wohnt ein paar Häuser weiter und bekommt öfter mit, dass in der Gegend nachts Lärm und Streit ist. Er findet, die Polizei müsste hier mehr Präsenz zeigen: "Hier laufen echt finstere Leute rum, viele haben Waffen. Das ist alles so schlimm."

In den Netzwerken geistern viele Theorien herum

In den sozialen Netzwerken geistern viele Theorien herum; dabei geht es häufig um ausländerfeindliche Hintergründe und die Behauptung, ein Flüchtling aus dem arabischen Raum sei als Täter verhaftet worden. Auch von einer heutigen Demonstration von Rechten ist dabei die Rede.

"Nichts davon können wir bestätigen. Es gab keine Festnahme, und eine Demo ist bislang nicht angemeldet", so die Polizei. Das bestätigte auch die Stadt Neumünster, bei der eine Demonstration angemeldet werden muss.

Die Kripo sucht weiter nach Zeugen, die sich unter Tel. 0431/160-3333 melden mögen.

Hier sehen Sie weitere Fotos vom Tatort und der Spurensuche.
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