Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Neumünster Großflecken: Die Debatte geht weiter
Lokales Neumünster Großflecken: Die Debatte geht weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 24.11.2018
Von Thorsten Geil
Das Pflaster auf dem Großflecken soll neu bearbeitet und verlegt werden. Quelle: Thorsten Geil
Anzeige
Neumünster

Jonny Griese, Ratsherr der Linken, stellt die Beschlüsse grundsätzlich in Frage, da er Verstöße gegen das Urheberrecht des Großflecken-Architekten Dieter Rogalla sieht. „Die Maßnahmen weichen erheblich von dem ab, was Rogala gestattet hat. Was passiert, wenn er Nein sagt?“, fragte er. Die Linken hatten versucht, vor dem Beschluss die Rechtsfragen zu klären. „Aber nein, die Sache sollte durchgepeitscht werden“, so Griese.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Gerd Kühl meinte, nun würden „Millionen für kosmetisch Veränderungen ausgegeben, nicht für die Funktionalität des Platzes oder die Aufenthaltsqualität“. Der Wegfall von Parkplätzen werde Auswirkungen auf die Geschäfte haben. SPD und Grüne, die die Entscheidung mit FDP und LKR gefällt hatten, wollten offenbar „einen tristen Großflecken ohne Geschäfte und Kundschaft“, so Kühl.

Anzeige

Franka Dannheiser (SPD) rechnete dagegen vor, dass die Einbetonierung des neuen Pflasters technisch problemlos sei. Angebliche Mehrkosten in Millionenhöhe hält sie für völlig übertrieben. Zum Wegfall der Parkplätze sagte sie: „Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus anderen Städten, dass das Aussperren von Autos die Innenstädte aufwertet.“

Völlig unzufrieden zeigte sich Thomas Michaelis (CDU), Mitglied des Planungs- und Umweltausschusses. Er hatte die Überarbeitung des Großfleckens 2014 angestoßen. „Diesen strukturkonservativen Ratsbeschluss lehne ich völlig ab. Er dürfte zu einem neuen Jahrzehnt des wirtschaftlichen Niedergangs auf dem Großflecken führen. Rogalla hat sich erneut weitgehend durchgesetzt“, sagte er.

Die Lösung mit Sägen und Einbetonieren des Altpflasters werde etwa 1,6 Millionen Euro teurer als die Verlegung eines neuen attraktiven Pflasters, so Michaelis. Und der „gefährliche Zweirichtungs-Radweg“ solle erhalten bleiben, kritisierte er.

Susanne Wittorf 23.11.2018
Andrè Haase 23.11.2018
Thorsten Geil 23.11.2018