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Neumünster Keine „Denkverbote“ für Planung
Lokales Neumünster Keine „Denkverbote“ für Planung
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00:37 26.07.2014
Von Sabine Nitschke
Die Prüfung einer Neugestaltung des Großflecken wurde von der Ratsversammlung beschlossen. Quelle: cwu
Neumünster

Wie berichtet, hatte Oberbürgermeister Olaf Tauras zusammen mit Ralf Schnittker, dem Chef des Tiefbauamtes Neumünster, und Bernd Heilmann von der Stadtplanung das Gespräch mit dem mittlerweile 82-jährigen Hamburger gesucht. Dabei soll Rogalla sich äußerst kooperativ gezeigt haben, was eine Änderung der Pflasterung angeht. An den Strukturen des Platzes, so Tauras, habe er festgehalten, sei aber sogar zur Mitarbeit an Lösungen bereit.

 „Das Ergebnis dieses Gesprächs ist mehr als dürftig“, fiel die harsche Kritik von SPD-Fraktionschef Uwe Döring aus. Tauras würde irren, wenn er meine, dass niemand eine komplette Neugestaltung des zentralen Innenstadtplatzes wolle. Gerade die jahrelangen Hinweise der Verwaltung auf das Urheberrecht von Rogalla hätten zu großem Unmut bei den Menschen und in der Politik geführt.

 „Wir wissen nicht, ob und in welchem Umfang es tatsächlich existiert“, konstatierte Döring. Die Dreiecksform des Platzes sei durch die Bebauung vorgegeben, der Straßenzug sei lediglich eine Wiederaufnahme der historischen Straßenverbindung. „Eine eigene künstlerische Leistung kann daher nur die Oberflächengestaltung sein, und gerade hier wollen wir uns nicht mehr gängeln lassen“, stellte Döring klar. „Jetzt muss über den Großflecken grundsätzlich neu nachgedacht werden, und es darf kein neues Denkverbot von Rogalla & Co geben.“ Der Neubau der ECE-Einkaufsgalerie zwinge die Ratsversammlung geradezu, eine neue Identität für den Platz zu finden. Deshalb habe die SPD auch den CDU-Prüfaufträgen zugestimmt.

 Auf Antrag der SPD, erinnerte Döring, habe der Rat einstimmig eine Prüfung beschlossen, unter welchen rechtlichen Rahmenbedingungen, die jetzige Oberflächengestaltung durch eine völlig neue Gestaltung oder andere Pflasterung ersetzt werden könne. Döring: „Das Ergebnis ist zeitlich überfällig. Keinesfalls wird dieser Auftrag durch einen Vorschlag der Bauverwaltung in Absprache mit Herrn Rogalla erfüllt.“

 Zunder gab es auch von der CDU. Ratsfrau Helga Bühse und Thomas Michaelis, beide Mitglied im Bauausschuss, zeigten sich erstaunt, dass in Absprache mit dem damaligen Großflecken-Planer Rogalla Vorschläge erarbeitet und den Gremien vorgelegt werden sollen. „In den Beschlüssen von Ratsversammlung und Fachausschuss ist von Herrn Rogalla keine Rede“, sagte Michaelis. Es sei völlig abwegig, dass die Verwaltung Rogalla vorab ein Vetorecht einräumen wolle. In dem Prüfauftrag sei ausdrücklich von einer völligen Neugestaltung des Großfleckens und weiter Teile der Innenstadt die Rede.

 Die CDU geht davon aus, dass das Urheberrecht von Rogalla bei einer völlig Neugestaltung eben nicht relevant sei. „Wir haben kein Interesse daran, uns in Gestaltungsfragen mit ihm und seinen Erben bis zum Ende des Jahrhunderts abzustimmen“, sagte Michaelis. Der Kleinflecken zeige übrigens, dass es nicht genüge, einen Platz zu verschönern, sondern ein auf Besucher und Kundenverhalten abgestimmtes Gesamtkonzept müsse her. „Genau das hat die CDU in Grundzügen für den Großflecken geliefert, und das bedarf jetzt einer weiteren Detailplanung.“