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Neumünster SWN-Chefs bekommen einen Aufseher
Lokales Neumünster SWN-Chefs bekommen einen Aufseher
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18:33 19.12.2018
Von Thorsten Geil
SWN-Geschäftsführer Thomas Junker (links) und Tino Schmelzle. Quelle: Thorsten Geil
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Neumünster

Die SWN, 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt, ist 2017 in eine Schieflage geraten, machte 5,5 Millionen Euro Verlust. 2018 soll das Minus sogar 6,8 Millionen betragen. Junker und Schmelzle kamen 2017 ins Haus und schoben 2018 eine Restrukturierung an. Sie vermeldeten vor ein paar Wochen, dass der Kurs greife und 2019 wieder schwarze Zahlen zu erwarten seien. Allerdings legten sie sich auch mit den Lieferanten an.

Aufsichtsratschefin ging auf Tauchstation

Der Aufsichtsrat hat den Wirtschaftsplan 2019 gebilligt, aber offenbar trotzdem das Vertrauen zu den Geschäftsführern verloren. Die Aufsichtsratsvorsitzende Monika Schmidt (SPD) blieb am Mittwoch den ganzen Tag auf Tauchstation und war nicht zu sprechen.

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"Ob mit oder ohne uns muss dann der Aufsichtsrat entscheiden"

Dafür handelten die beiden Geschäftsführer und ließen ein Statement verbreiten: „Die Entscheidung des Aufsichtsrats haben wir zu respektieren. Klar ist auch, dass persönliche Interessen und Befindlichkeiten hinter dem Wohl der Stadtwerke Neumünster zurückstehen müssen. Wir werden nun über die Feiertage in Ruhe beratschlagen und danach mit dem weiteren Geschäftsführer überlegen, wie der Sanierungskurs der Stadtwerke am besten fortgeführt werden kann. Ob mit oder ohne uns muss dann der Aufsichtsrat entscheiden.“

Daraus ist unschwer abzulesen, dass Schmelzle und Junker mit dem Plan nicht einverstanden sind. Sie hatten dem Aufsichtsrat und Oberbürgermeister Olaf Tauras (CDU) vor ein paar Tagen einen Brief geschrieben und um ein „öffentliches Vertrauensbekenntnis“ gebeten und gefragt: „Was bedeutet es für das Vertrauen, wenn wir von außen betrachtet aus heiterem Himmel einen Aufseher vor die Nase gesetzt bekommen?“ Das Vertrauensbekenntnis hatte Monika Schmidt demonstrativ verweigert.

Beide haben noch drei Jahre Vertrag

Mit ihrer Stellungnahme bieten Junker und Schmelzle ihre Arbeitskraft an – aber eigentlich ist sie die Aufforderung an den Aufsichtsrat, ihnen ein Angebot zu machen, das Haus zu verlassen. Da beide noch drei Jahre Vertrag haben sollen, wäre das eine teure Angelegenheit – mit einiger Sicherheit im siebenstelligen Bereich (für beide zusammen).

Gehandelt wird der Name Bernd Michaelis

Als möglicher Hauptgeschäftsführer wird in Neumünster der frühere SWN-Geschäftsführer Bernd Michaelis gehandelt. Er ist seit etwa sechs Jahren im Ruhestand. Eine Anfrage unserer Zeitung ließ er unbeantwortet.

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