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Neumünster Unfall am Südbahnhof bleibt rätselhaft
Lokales Neumünster Unfall am Südbahnhof bleibt rätselhaft
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14:00 23.03.2018
Von Thorsten Geil
Nach dem Bahnunfall am Südbahnhof wurde aufgeräumt. Mehrere Zaunelemente wurden zerstört. Quelle: Thorsten Geil
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Neumünster

Alle Beteiligten stehen vor einem Rätsel: Wie konnte es passieren, dass ein VW Passat in der Nacht zu Donnerstag um 4.04 Uhr auf der Altonaer Straße auf dem Übergang am Südbahnhof von einer anfahrenden AKN-Bahn erfasst wurde?

Der Bahnübergang ist normalerweise stets mit Doppelschranken gesichert. Und selbst wenn der Autofahrer bei Rot unter der sich senkenden Schranke durchgeflitzt wäre, warum kam in diesem Moment schon der Zug? Oder waren die Schranken gar nicht unten? Polizeisprecher Rainer Wetzel: „Das verstehen wir auch nicht. Wir ermitteln. Die Staatsanwaltschaft hat einen Sachverständigen hinzugezogen.“

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Fest steht, dass der Zugführer (55) um 4.04 Uhr gerade mit dem Triebwagen ohne Fahrgäste in Richtung Bahnhof losgefahren war. Auf dem Bahnübergang, also nach etwa 50 Metern, kam plötzlich der schwarze Passat von rechts (aus der Innenstadt) und wurde von dem Zug erfasst. Der schob den Wagen nach links von den Gleisen und klemmte ihn vor der Schutzplanke ein.

Der Autofahrer, ein 48-jähriger Neumünsteraner, war ansprechbar, aber im Auto eingeklemmt. Er musste von den Rettungskräften der Berufsfeuerwehr aus dem Pkw herausgeschnitten werden, aber zuvor mussten ein Verkehrsschild und drei Zaunelemente weg. Die Bergung des Mannes dauerte wegen der komplizierten Lage, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schneeregen über eine Stunde. Das Dach des Pkw und der Metallzaun mussten mit Schere und Spreizer entfernt werden.

Der Fahrer kam schwer verletzt ins Krankenhaus, ist nach Polizeiangaben aber außer Lebensgefahr. Der Zugführer erlitt einen Schock, wurde am Unfallort versorgt und vom Dienst abgelöst. Die Altonaer Straße musste während der Rettungs- und Aufräumarbeiten gesperrt werden, mit den entsprechenden Folgen für den Berufsverkehr. Erst gegen 7.30 Uhr konnte der Verkehr wieder frei gegeben werden.

An dem Pkw entstand ein geschätzter Schaden von mehr als 20000 Euro. Der Zug wurde gestern in die AKN-Werkstatt nach Kaltenkirchen gefahren. Eine AKN-Sprecherin wollte sich nicht zum Unfall äußern. Die Berufsfeuerwehr war mit zwölf Beamten vor Ort, der Rettungsdienst mit vier Sanitätern und einem Notarzt und die Polizei mit drei Streifenwagen.

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