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Neumünster Anschmiegsame Unikate beim Webermarkt
Lokales Neumünster Anschmiegsame Unikate beim Webermarkt
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20:04 12.10.2019
Von Beate König
Feinste Alpakawolle kardierte Ulriek Bielefeldt vom Spinnkreis Tungendorf während des Webermarktes im Museum Tuch und Technik. Quelle: Beate König
Neumünster

Der Auftakt zum Webermarkt im Museum Tuch und Technik am Freitagabend war spektakulär, schwärmte Hutdesignerin Angelika Löbering: Musiker aus der Musikschule führten das Weberlied auf, während eine der in Gang gesetzten historischen Maschinen dazu ratternd den Takt vorgab. „Ich komme viel ‘rum,“ berichtete die Hutdesignerin aus Hamburg. „Aber das war eine wirklich tolle Idee.“ Auch für die Helfer vom Förderverein des Museums hatte Angelika Löbering Lob: „Die Mitglieder haben geholfen, meine Kisten nach oben zu tragen.“

Rund 1000 Gäste kamen an den ersten beiden Markttagen

Museumschefin Astrid Frevert war am Sonnabendabend mit der Resonanz zufrieden: Rund 1000 Besucher kamen an den ersten beiden Tagen zum Markt der Unikate.

Die „Pariser Schnecke“ war Liebe auf den ersten Blick

Ein Modell der Hutdesignin, die Kappen, Loops und elegante Hüte in Regalen und auf Tischen präsenierte traf bei Webermarkt-Besucherin Beatriz Gonzales Garcia mitten ins Herz. Die Spanierin, die in Schleswig-Holstein ihre Schwiegereltern besucht, setzte nur ein einziges Modell auf.

Die „Pariser Schnecke“ in orange-rostfarben passte perfekt. Der Einkauf war geritzt. Für das Modellieren des Huts aus Haarfilz brauche ich einen Tag“, erklärte Angelika Löbering, was der elegant-sportliche Kopfschmuck ausmacht.

Zum Kardieren von 100 Gramm Alpakawolle braucht man zwei Stunden

Der Tungendorfer Spinnkreis von Ulrike Bielefeldt zeigte im Museum eine andere Facette der Verarbeitung des Naturmaterials Wolle: An drei Spinnrädern entstanden aus kardierter Wolle lange Fäden für Strickkünstler.

„Ich habe zum ersten Mal Alpaka kardiert“, erzählte Ulrike Bielefeldt. Zwei Stunden habe es gedauert, bis aus 100 Gramm Wolle alle Grasstückchen herausgekämmt waren. „Jetzt kann ich die Preise für die Werkstücke aus Alpaka verstehen.“

Bei Handwebmeisterin Antje Vajen steckt in jedem Kissen, in jeder Decke und jedem Schal die Idee von Nachhaltigkeit: „Ich kaufe meine Alpakawolle bei einer Züchterin aus Barmstedt und bei einem nachhaltigen Zuchtprojekt in Peru“, erzählte die 52-Jährige zum Wert des Basismaterial der anschmiegsam weichen Stoffe aus ihrer Werkstatt.

Seide kann wie Koralle aussehen

Halsschmuck aus handgefärbter Seide, die zu Stäbchen verarbeitet wurde, hatte Ula Dahm dabei, die zum ersten Mal beim Webermarkt ausstellte. Ganz offen erzählte die Hamburgerin, die freie Künste und Bühnenbildnerei studierte, wie sie den Basisstoff für ihre an Korallen erinnernden Ketten färbt, bügelt, zu Rollen vernäht und mit einer Stopfnadel von innen nach außen wendet.

Nur eins verriet sie nicht: Die Zusammensetzung des silbern glänzenden Materials, mit dem sie die Enden der zu Stäbchen verarbeiteten Seidenröllchen verschließt. „Das bleibt mein Geheimnis.“

Jedes Stück ist handsigniert

Edles Leinen zeigte Katrin Dunker als Werkstattleiterin der Ottersberger Manufakturen, in denen Menschen mit Behinderungen arbeiten. „Man kann an jedem Stück den Hersteller erkennen“, erklärte die Handwebmeisterin: Die Künstler signierten ihre nach eigenen Designs gewebten Decken und Handtücher.

Webermarkt, Sonntag, 9 bis 18 Uhr, Museum Tuch und Technik, Kleinflecken 1, Neumünster.

www.tuchundtechnik.de

Klicken Sie hier, um weitere Bilder vom Webermarkt 2019 in Neumünster zu sehen.

Es begann im August 1989. Stefan Wegener stand seit fünf Jahren mit seinem Wurstverkaufswagen freitags in Tungendorf und machte gute Geschäfte. „Dann musste ich den Platz räumen und hatte die Idee, einen richtigen Wochenmarkt zu etablieren. Dann ging alles ganz schnell“, sagt der Marktbeschicker.

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