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Lokales Neumünster Neumünster bleibt Schulden-Hauptstadt
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19:00 23.01.2019
Von Thorsten Geil
Michael Bretz (links) und Sven Torben Hanisch präsentierten den Schuldner-Atlas 2018. Quelle: Thorsten Geil
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Neumünster

Neumünster bildet damit weiterhin in jeder Hinsicht in Schleswig-Holstein das traurige Schlusslicht, ist quasi „Schulden-Hauptstadt“. In der Innenstadt war nahezu jeder dritte nicht mehr zahlungsfähig.

18 Prozent sind überschuldet

Neumünster hatte damit nicht nur die höchsten absoluten Zahlen, sondern 2018 auch den stärksten Anstieg in Schleswig-Holstein. Zum Vergleich: Im Landesdurchschnitt nahm die Schuldnerzahl um 0,2 Prozent zu. In Neumünster lag die Schuldnerquote bei 18,09 Prozent (2017: 17,8). Im Kreis Segeberg waren es 9,82 Prozent, in Rendsburg-Eckernförde 9,38 Prozent, in Kiel 11,96 Prozent, in ganz Schleswig-Holstein 10,9 Prozent, in Deutschland 10,04 Prozent.

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In allen Altersgruppen Schlusslicht

Neumünster bildet auch in fast allen Altersgruppen das traurige Schlusslicht. Lediglich bei den Ältesten (über 70) liegt die Stadt mit einem Anteil von 4,77 Prozent gleichauf mit Lübeck und sogar noch hinter Flensburg (6,02 Prozent).

„Da braut sich was zusammen in Deutschland

Gerade bei älteren Menschen beobachten die Creditreform-Spezialisten Michael Bretz und Sven Torben Hanisch steigende Zahlen und weitere Risiken. „Da braut sich was zusammen in Deutschland“, sagte Bretz, der Leiter der Wirtschaftsforschung des Unternehmens.

Die Ursachen des Anstiegs in Neumünster (und anderswo) sind vielfältig. Der Hauptgrund Arbeitslosigkeit ist auf dem Rückmarsch, weil die Konjunktur gut läuft. Deutlich gestiegen sind die Hauptgründe „Krankheit, Sucht und Unfall“ sowie generell eine unwirtschaftliche Haushaltsführung: „Viele Menschen geben einfach mehr aus, als sie einnehmen“, sagte Bretz.

"Miete frisst schon fast 50 Prozent des Einkommens"

Eindeutig ist für die Fachleute aber auch festzustellen, dass steigende Mieten und Energiekosten ein erheblicher Faktor für Zahlungsschwierigkeiten sind. Bretz: „Die Miete frisst ja teilweise schon fast 50 Prozent des Einkommens. Das kann uns alles auf die Füße fallen, wenn die Wirtschaft mal wieder schlechter läuft.“ Steigende Mieten sind allerdings nicht Neumünsters Hauptproblem.

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