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Neumünster Azubis sind auf dem Bau gefragt
Lokales Neumünster Azubis sind auf dem Bau gefragt
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19:58 11.09.2019
Von Beate König
Azubi Dennis Tegtmeyer (21) schätzt an seinem Beruf als Facharbeiter Tiefbau die sichtbaren Ergebnisse. Quelle: Beate König
Neumünster

Das Ausbildungszentrum des Bauindustrieverbands Schleswig-Holstein aus Ahrensbök ist nur eine von einer ganzen Reihe von Innungen, Verbänden, Behörden, Hochschulen und Betrieben, die sich auf der am Mittwoch in Neumünster eröffneten Nordbau präsentieren.

Aus einem offenen Hallentor des Ausbildungszentrums des Bauindustrieverbands Schleswig-Holstein in Ahrensbök klingen Hammerschläge. Ausbilder Hermann Schultz hat den Azubis in seiner Betonbauer-Klasse am letzten Tag vor der Abreise aus dem Internat eine Aufgabe mit Zeitlimit gestellt. „So ähnlich könnte eine Prüfungsaufgabe aussehen“, erklärt Hermann Schultz, während die jungen Männer an den Werkbänken schwitzen. In viereinhalb Stunden muss die Schalung für ein Betonstück mit Aussparungen für Rohrleitungen berechnet, gezeichnet und per Hand gebaut werden – Millimeterarbeit.

Ausbildungszentrums des Bauindustrieverbands Schleswig-Holstein auf der Nordbau

 

Azubi Julian Kammer fixiert ein per Handsäge ausgeschnittenes Holzrechteck an der von ihm konstruierten Schalungswand. „Es ist meine zweite Ausbildung“, berichtet der 27-Jährige, der vorher Zimmerer war. „Die Arbeit als Betonbauer ist lukrativer.“ Vor der Halle drängen sich seine Mitschüler um eine Biegemaschine, um mit Muskelkraft Eisenstahlstangen für eine Stahlbewehrung zu formen. Ein Kunststück, das klappt, wenn man den Tipp des Ausbilders beherzigt: Bei jedem Biegevorgang verlängert sich das Metall um einen Zentimeter. „Das muss vorher einberechnet werden.“

Betonbauer, Kanalbauer, Straßenbauer und Maurer werden in Ahrensbök ausgebildet

Die Entscheidung, Betonbauer zu werden, fiel bei Abiturient Sebastian Friedrichs beim dritten Praktikum. „Beton ist ein faszinierender Baustoff, man kann alles daraus herstellen“, erzählt der 20-jährige Azubi. Für ihn ist die Ausbildung ein Grundstein für eine Karriere. „Ich will Bauerfahrung sammeln, die Zusammenarbeit in der Kolonne kennenlernen.“ Mit dem Gesellenbrief in der Tasche, gibt es Aufstiegsmöglichkeiten: Polier, Meister oder Studium.

Der angehende Straßenbauer Dennis Tegtmeyer (21) zeigt an einem gerade verlegten Stück Gehwegpflaster, was ihn begeistert. „Man sieht den Fortschritt bei der Arbeit und ist im Freien.“ Zwei, drei Jahre als Geselle im Betrieb plant Dennis Tegtmeyer als Facharbeiter Tiefbau ein. „Dann will ich meinen Meister machen. Ich hoffe, dass der Betrieb die Kosten übernimmt.“

Ausbildungszentrum präsentiert sich im Forum der Holstenhallen

Bis zu 110 Azubis kann das Ausbildungszentrum Ahrensbök – eines von 14 im Land – in seinem Internat gleichzeitig aufnehmen. Zwei bis fünf Wochen dauert eine von mehreren überbetrieblichen Lerneinheiten während der zwei- bis dreijährigen Ausbildung zum Betonbauer, Kanalbauer, Straßenbauer oder Maurer. Der Stand des Ausbildungszentrums des Bauindustrieverbands ist zur Nordbau von Mittwoch bis Sonntag, 11. bis 15. September,  im Forum der Holstenhallen in Neumünster zu finden.

Alles zur Nordbau in Neumünster lesen Sie hier.

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