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Neumünster Obdachlosigkeit wird immer schlimmer
Lokales Neumünster Obdachlosigkeit wird immer schlimmer
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17:23 30.04.2019
Von Thorsten Geil
Ein Obdachloser liegt unter einer Eisenbahnunterführung (in Hannover). Quelle: Hauke-Christian Dittrich
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Neumünster

Das geht aus dem Jahresbericht der Zentralen Beratungsstelle für Menschen in Wohnungsnot (ZBS) hervor, den Diakonie-Geschäftsführer Heinrich Deicke und Fachbereichsleiterin Melanie Popp vorstellten. Die Diakonie Altholstein ist Trägerin der ZBS, und zwar schon seit 1995.

Die Mitarbeiter sprechen mit Vermietern und Behörden

900 Menschen kamen 2018 in die Beratung, weil ihnen der Rauswurf aus ihrer Wohnung drohte. „2017 waren es 876 Fälle, von denen wir aber 2018 über 230 noch weiter betreut haben“, sagte Melanie Popp. Sie und ihre fünf Kollegen nehmen Kontakt zu Vermietern und Behörden auf und versuchen alles, um die Menschen nicht auf der Straße landen zu lassen.

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204 Menschen brauchten ein Bett in der ZBS

Allerdings bleibt auch die Zahl der Obdachlosen auf sehr hohem Niveau. 204 Frauen und Männer kamen 2018 in einem der 25 ZBS-Betten unter. Das ist zwar im zweiten Jahr in Folge ein kleiner Rückgang (von 218 im Jahr 2016) – aber dafür bleiben die Menschen länger: Die durchschnittliche Dauer stieg in einem Jahr von 18,2 auf 21,6 Tage.

„Wir sind seit zwei Jahren durchgehend voll belegt. Immer wieder müssen wir Extrabetten aufstellen“, sagte Melanie Popp. Steigend ist besonders der Anteil von jungen Frauen und von Senioren. „Wir merken, dass der Zusammenhalt in den Familien gesunken ist. Und viele der älteren Leute gehören in ein Pflegeheim, nicht in die ZBS“, sagte Heinrich Deicke.

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