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Neumünster Italienische Klänge für die Hauptkirche
Lokales Neumünster Italienische Klänge für die Hauptkirche
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19:55 08.08.2019
Von Susanne Wittorf
Konzentration beim Stimmen. Kantor Karsten Lüdtke (links) beobachtet die Arbeit von Orgelmeister Ulrich Lohmann. Quelle: Susanne Wittorf
Neumünster

 Gestern stellte er die neue italienische Kammerorgel der Vicelinkirche vor.
Auf der Empore über dem Altar, gegenüber der großen Führer-Orgel, hat das 80 mal 140 mal 275 Zentimeter messende Instrument seinen Platz gefunden. „Bereits Kirchenbaumeister Christian Frederik Hansen hatte den klanglich günstigen Ort als Musikempore vorgesehen“, erklärte Karsten Lüdtke. Da hier aber kein hinreichend starkes Instrument zur Verfügung stand, das zudem ausreichend Platz für die Sänger bot, wurde die Musikempore nur sehr selten genutzt.

Nicht irgendeine kleine Orgel

„Schade um den klanglich schönen Raum“, dachte sich der Kantor bereits kurz nach seinem Amtsantritt 2013. Karsten Lüdtke machte sich auf die Suche nach einer Lösung. „Das Instrument sollte auf der Musikempore verschiebbar sein, eine kleine Standfläche haben, aber dennoch klanglich so stark sein, dass zur Not auch einmal ein Choral von ihr begleitet werden könnte“, sagte er. „Irgendwann kam ich dann auf die Idee, dass diese Aufgabe von einer klassischen italienischen Kammerorgel in idealer Weise erfüllt würde. Außerdem hätten wir dann in der Vicelinkirche nicht irgendeine kleine Orgel, sondern einen Instrumententypus, der prominent, oberhalb des Altars, zur Chorunterstützung, zum kammermusikalischen Wirken oder für begrenzte Soloaufgaben zur Verfügung stehen würde“, erläuterte Lüdtke. Der Kantor machte sich auf die Suche.

Zufällige Entdeckung in Bologna

Im Herbst 2018 stieß er während einer Italienreise auf ein Instrument, das ihn sofort begeisterte. Die Orgel von 1891 präsentierte sich in einem guten Zustand. „Lediglich ein paar Kleinigkeiten mussten ausgebessert werden, und sie musste neu gestimmt werden“, sagte Lüdtke. In den beiden Orgelbauern Stefan Linke und Ulrich Lohmann vom Münsteraner Orgelbau Fleiter fand er die passenden Fachleute. Anfang Mai holten Karsten Lüdtke und Stefan Linke die Orgel aus Bologna nach Neumünster. Gestern stimmten Linke und sein Mitarbeiter Lohmann das Instrument. „Ich kenne keine Orgel mit einer derartig temperierten Stimmung“, begeisterte sich Stefan Linke. Sämtliche Pfeifen seien Originale, was der Orgel einen sehr authentischen Klang gäbe. Auch Karsten Lüdtke freute sich über den „sehr schönen Ansatz, von dem auch der Chor profitieren wird“.

Das Evangelium zum Klingen bringen

„Nun sind Choraufführungen mit Orgelbegleitung von der Empore möglich, Besucher können die ganze Marienvesper in der Orgelfassung genießen – und die Orgel sieht auch noch italienisch gut aus“, freute sich Karsten Lüdtke.
Simone Bremer lobte das große Engagement des Kantors. „Karsten Lüdtke hat einmal mehr sein vielfältiges Wirken bewiesen“, sagte die Pastorin. „Mit der neuen Orgel werden wir das Evangelium zum Klingen bringen.“

Das Einweihungskonzert findet am Sonntag, 27. Oktober, um 18 Uhr statt. Anschließend ist ein Orgelfest mit Prosecco und Spaghetti Bolognese geplant.
Der Kauf der Orgel des Bologneser Orgelbauers Orsi wird allein durch Spendenmittel finanziert. „Noch ist der erforderliche Gesamtbetrag nicht ganz erreicht. Es fehlen noch knapp 3000 Euro“, sagte Wolfgang Mikisch vom Verein zur Förderung der Kirchenmusik in der Vicelin-Kirchengemeinde Neumünster e. V., der die Anschaffung der Orgel trägt.

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