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Neumünster "Offensiver Umgang" mit NPD angedacht
Lokales Neumünster "Offensiver Umgang" mit NPD angedacht
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07:36 08.05.2018
Von Sabine Nitschke
Die Wahlurne im Rathaus-Parterre leeren Maike Enge (von links), Melina Stübs, Stefan Stübs, Anja Stübs, Udo Tontarra; rechts im Bild Stadtsprecher Stephan Beitz. Quelle: Sabine Nitschke
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Neumünster

Noch bevor die Fraktionen am Montagabend zu ihren Sitzungen zusammen kamen, erklärte auf Anfrage Gerd Kühl von der CDU, die stärkste Fraktion bleibt: "Es wird wohl bei wechselnden Mehrheiten je nach Sachthema bleiben." Was die erstarkte NPD angehe, müsse man sich mit ihren Argumenten auseinander setzen. "Wir müssen die öffentlich vorführen und den Neumünsteraner sagen, was für einen Unsinn die erzählen."

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Sitzverteilung in Neumünster

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Bei Jörn Seib vom BfB, das nur noch mit zwei Sitzen im Rat vertreten ist, steht fest: Mit zwei Ratsmandaten für die NPD werde es nicht einfacher. "Aber damit müssen wir offensiv umgehen, wie unsere Ratsfrau Esther Hartmann es bereits getan hat."

Ehrliche Auseinandersetzung mit der NPD

Für unbedingt erforderlich hält Reinhard Ruge von der FDP "eine ehrliche Auseinandersetzung" mit der NPD. "Wir müssen uns fragen, ob Ausgrenzen und sich Abwenden wirklich eine gute Idee war." Jonny Griese, der künftig für Die Linke mit Tochter June Boysen eine Fraktion bildet, kommt ein sich Einlassen auf NPD-Debatten überhaupt nicht in Frage. "Wenn die reden, werden wir weiterhin den Ratssaal verlassen."

Hier sehen Sie die zehn Kandidaten, die bei der Wahl in Neumünster die meisten Stimmen bekommen haben.

Ihren Kurs ändern will die SPD-Fraktion gegenüber der NPD. "Eine reine Verweigerungshaltung geht nicht mehr. Wir werden uns kurz und knapp sachlich mit ihren Anträgen auseinandersetzen, um zu zeigen, welche Ideologie dahinter steckt", sagte Fraktionscherf Volker Andresen.

Einen anderen Umgang mit der NPD hält auch Sven Radestock, der für die Grünen in Einfeld den einzigen Wahlkreis direkt eroberte, für richtig: "Aus Zeitgründen sollten die Fraktionen sich absprechen, wer jeweils die Gegenrede hält."

Sabine Nitschke 07.05.2018
07.05.2018
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