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Neumünster Sommer 2018: Wüstenklima in Neumünster
Lokales Neumünster Sommer 2018: Wüstenklima in Neumünster
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07:00 25.07.2018
Von Thorsten Geil
Im ARD-Wetterstudio München: Niko Renkosik (rechts) und Moderator Sven Plöger bereiten sich auf die Tagesschau vor. Quelle: Privat
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Neumünster

„36 Liter Regen sind pro Quadratmeter gefallen, aber 327 Liter verdunstet“, sagt der Neumünsteraner Diplom-Meteorologe Niko Renkosik - klares Kennzeichen für Wüstenklima. Und jetzt ist es ja erst richtig heiß geworden!

Die Trockenzone rund um Neumünster reicht etwa bis zum Aukrug, dem Nord-Ostsee-Kanal, den Plöner Seen und Bad Segeberg. Darüber hinaus ist in allen Himmelsrichtungen zumindest etwas mehr Regen vom Himmel gefallen, wenn auch immer noch weniger als im Durchschnitt.

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Wetterstation im Garten

Renkosik betreibt seit 1999 eine Wetterstation im Garten seines Elternhauses in Gadeland, sammelt die Daten und stellt sie ins Netz (www.internetwetter.de). Er lebt seit 2012 in München und arbeitet für die Wetterredaktion von „Tagesschau“ und „Tagesthemen“. Wenn Claudia Kleinert, Sven Plöger und Karsten Schwanke den Wetterbericht in der ARD moderieren, stammen die Daten von Renkosik und seinen Kollegen.

Drei Monate kaum Regen

Auch von München aus verfolgt er natürlich das Wetter in der Heimat. „Im Mai hatten wir in Neumünster knapp elf Liter Regen pro Quadratmeter, im Juni 24. Im Juli waren es bislang 1,4 Liter, zusammen also 36 Liter. Im Vorjahr waren es im selben Zeitraum 294 Liter. Drei Monate hintereinander kaum Regen – das ist schon extrem“, sagt Renkosik.

Die Ursache ist das hartnäckige Hoch, das seit Monaten wie festgetackert über Skandinavien liegt und sich nicht bewegt. Nach Beobachtungen von Renkosik ist es das stabilste Hoch seit 30 Jahren. In Schweden hat es eine extreme Lage mit noch mehr Hitze als bei uns und mit Waldbränden ausgelöst. „Dieses Hoch blockiert alle Tiefdruckgebiete, die sonst über die Nordsee zu uns kommen und Feuchtigkeit bringen. Darum hatten wir auch noch kaum Gewitter in Mittelholstein, auch die bleiben buchstäblich draußen“, so Renkosik.

Für die Urlauber in Schleswig-Holstein hat Renkosik übrigens eine gute und für die Landwirte eine schlechte Nachricht: Mindestens bis zum Wochenende bleibt es heiß bei über 30 Grad. Es gibt allerdings für Mittwoch und das Wochenende die (kleine) Möglichkeit von Gewittern.

Thorsten Geil 24.07.2018
Sabine Nitschke 24.07.2018
Thorsten Geil 24.07.2018