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Neumünster Messe reitet auf der Sportwelle
Lokales Neumünster Messe reitet auf der Sportwelle
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15:11 10.09.2019
Von Thorsten Geil
Diese Stehende Welle ist in Langenfeld bei Köln im Einsatz für Surfer. Der maritime Sport kann damit auch abseits von Meeresküsten betrieben werden. Quelle: Mario Oertel
Neumünster

Vor 30 Jahren gingen die Jungen zum Fußball oder zum Handball, die Mädchen zum Turnen oder spielten Gummitwist auf der Straße. Das ist heute anders. Die Sportvereine haben oft massive Nachwuchssorgen, weil Familien sich nicht mehr so stark binden, öfter etwas Neues ausprobieren wollen und die Inklusion ins Spiel gekommen ist. Diesem Trend trägt eine Sonderschau auf der Nordbau Rechnung: „Sportstätten der Zukunft“. Unter anderem mit der Präsentation eines Modells einer Stehenden Welle, auf der Surfen auch mitten in der Stadt möglich wird.

Der Landessportverband und die Technische Hochschule Lübeck sind an der Sonderschau beteiligt

Die Sonderschau in Halle 8 wird bestückt vom Landessportverband, der Technischen Hochschule Lübeck und von verschiedenen Firmen, die sich mit dem Bau von Sportstätten beschäftigen. Es geht dort auch um die Sanierung oder den Neubau von klassischen Turnhallen und Sportplätzen, jedoch unter Gesichtspunkten der Moderne und der energetischen Optimierung. Der Neubau und die Sanierung von Kunstrasenplätzen mit der Frage, wieviel Mikroplastik die Plätze bei der Benutzung eigentlich freisetzen, wird ebenfalls ein Thema sein. Dazu kommen Themen wie etwa der Lärmschutz.

Der Landessportverband informiert Bürgermeister und Vereinsvorsitzende beispielsweise über die Zuschüsse, die es in Schleswig-Holstein zu beantragen gibt. Aber es geht in dieser Sonderschau auch um ein gesundes Leben bis ins hohe Alter, um bewegungsfreundliche Gemeinden im ländlichen Raum, die korrekte und energiesparende Ausleuchtung von Sportstätten und einiges mehr. Ein Pumptrack (eine spezielle Hindernisbahn für Radfahrer), eine Boule- und eine Natur-Laufbahn können von den Besuchern ausprobiert werden.

Modell zeigt einen Wellenreiterkanal

Ein echtes Highlight bringen Professor Mario Oertel und seine Studenten von der Technischen Hochschule Lübeck mit: Sie haben extra für die Messe ein Modell einer Stehenden Welle gebaut. Das ist ein Wassergraben, in dem dauerhaft eine künstliche Welle erzeugt wird, auf der man Wellenreiten kann – quasi wie ein Laufband für Surfer.

„Ich habe mit meinen Studenten diskutiert, wohin die Entwicklung im Sport geht, was in Zukunft gefragt sein wird. Ein Student schrieb eine Bachelor-Arbeit über eine Stehende Welle, und so kamen wir zu dem Thema. Da ich Professor für Wasserbau bin, haben wir uns an ein solches Modell für die Nordbau gewagt“, sagt Professor Oertel.

Das Modell ist 3,5 mal 2,5 Meter groß und bildet einen Wellenreiterkanal im Maßstab 1:10 ab. Pumpen drücken das Wasser in einen geschlossenen Kreislauf und erzeugen durch den speziell geformten Untergrund des Kanals die Welle. Menschen werden auf dem Modell nicht surfen können, aber man kann die Funktionsweise verstehen und mag die Faszination erkennen. Das Wasser ist auch nur zehn Zentimeter tief.

Mario Oertel hat mehrere echte Stehende Wellen besucht und ist begeistert. „In München gibt es eine Surfer-Community mitten in der Innenstadt. Auch in anderen Städten entwickelt sich etwas um die Anlagen herum.“ Das sei modern und treffe den Nerv vieler junger Leute mehr als ein Fußballverein mit starren Trainingszeiten. Seine Studenten tüfteln auch schon an einer Stehenden Welle für Lübeck. Als möglichen Standort kann sich die Sportverwaltung der Hansestadt die Wakenitz vorstellen. Anlagen dieser Art seien unter bestimmten Voraussetzungen für 500.000 Euro zu bauen und könnten sich durch die Gebühren in kurzer Zeit amortisieren.

Aus Sicht des Professors wäre eine solche Welle eine echte Sportstätte der Zukunft. Die hätte auch noch einen Nachhaltigkeits- und einen Klimaschutz-Aspekt: „Die Leute müssen dann nicht mehr zum Surfen nach Portugal fliegen.“

Weitere Schwerpunkte der Nordbau.

So läuft der Messeaufbau rund um und in den Holstenhallen.

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