Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Neumünster Feuerwehren rüsten auf
Lokales Neumünster Feuerwehren rüsten auf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:17 30.03.2019
Von Beate König
Zehn leistungsstarke Notstromaggregrate stellen in Zukunft die punktuelle Versorgung mit Energie an Feuerwehrgerätehäusern sicher, zeigen (von links) Sven Kasulke, Gerahrd Lassen, Oliver Dörflinger und Stadtwehrführer Heiko Kaack.. Quelle: Beate König
Anzeige
Neumünster

Neumünster ist landesweit eine der wenigen Kommunen, die ein tragfähiges Stromausfall-Konzept vorangetrieben hat, berichtet Fachdienstleiter Sven Kasulke.

Bislang sah das Konzept vor, dass bei einem stadtweiten Stromausfall die Aggregate auf den Löschfahrzeugen für die Stromproduktion eingesetzt werden. „Dann wären jedoch die Fahrzeuge nicht mehr einsatzfähig.“

Anzeige

Die neuen Aggregate dagegen können unabhängige von den Fahrzeugen gestartet werden. Dank eines 22-Liter-Tanks und eines 20-Liter-Kanisters können die Stromerzeuger bis zu acht Stunden arbeiten. Sie haben eine Leistung von zwölf Kilowatt, „damit kann ein Einfamilienhaus versorgt werden“, erklärte Kasulke.

Sie können Strom in haushaltsüblicher Spannung oder für Feuerwehrfahrzeuge -Werte einspeisen. Sechs Aggregate werden bei den Ortswehren stationiert, eins bei der Berufsfeuerwehr, drei sind von dort aus mobil einsetzbar.

Neumünster ist Vorreiter

Die Stadt baut seit 2013 das Stromausfall-Konzept aus und zählt damit inzwischen zu den Vorreitern. „Wir reisen durch die ganze Republik, um das Konzept vorzustellen,“ erklärte Kasulke.

Für 40000 Euro wurde das neun Jahre alte Fahrzeug der ehemaligen Feuerwehr Brachenfeld aufgerüstet: Unter anderem erhielt das Fahrzeug eine akkubetriebene hydraulische Werkzeuge: Schere und einen Spreizer funktionieren unabhängig vom Fahrzeug.

Die Pumpe mit einer Leistung von 2000 Liter pro Minute wurde überholt, eine 13 Meter lange Schiebleiter und eine Hygiene-Bord ergänzt. An einer Fahrzeugtür zeigt ein neues Emblem die Zugehörigkeit zur aus den Wehren Stadtmitte und Brachenfeld zusammengesetzten Freiwilligen Ortswehr Mitte.

Alle Ortswehren sollen mit Fahrzeugen nach diesem einsatztechnischen Standard ausgerüstet sein, erklärte Kasulke.  Sie alle erhalten individuelle Embleme.

Die Rettungsfahrzeuge sind zwar mit den Namen der rettenden Institutionen beklebt, gehören aber der Stadt. „Sie wurden zu 50 Prozent vom Land gefördert.“

Andrè Haase 29.03.2019
29.03.2019