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Neumünster Geordneter Rückzug der THW-Jugend
Lokales Neumünster Geordneter Rückzug der THW-Jugend
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08:12 11.08.2016
Von Anja Rüstmann
Den Inhalt der Sandsäcke schütteten die Jugendlichen in große Container. Der Sand wird recycelt. Quelle: Anja Rüstmann
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Neumünster

Die Stimmung ist locker, obwohl es viel zu tun gibt. Vorne klappern ein paar Zeltstangen beim Zusammenlegen, etwas weiter rumpelt ein Bollerwagen mit Gepäckstücken über den Platz. Ein Mädchen zieht einen großen blauen Müllsack übers Gelände. Es wird aufgeräumt. Ein Dutzend Jugendliche hilft, Sandsäcke in einen Container auszuschütten – fürs Recycling. Noch unter strahlend blauem Himmel ... Das Gros der Ortsverbände hat alles zusammengepackt und die Zelte trocken in den THW-Lastwagen verstaut, als mittags ein heftiger Regenschauer über Neumünster zieht.

 „Es war eine tolle Zeit“, sagt Bundesjugendleiter Ingo Henke und spricht damit vielen aus der Seele. Und während die THW-Fahrzeuge kolonnenweise vom Holstenhallen-Gelände rollen, ist Zeit, Bilanz zu ziehen. Eine positive Bilanz, denn alles hat geklappt. Es war ja auch bestens vorbereitet und bis ins Detail geplant.

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 Kein Zelt stand unter Wasser, kein Pavillon wehte weg. Selbst die Sandsack-„Deiche“ in der Holstenhalle 5, die zur großen Duscharena umgebaut worden war, hielten. Jetzt ist das BR 500 Nord dran. Die THW-Einheit mit dem Namen „Bereitstellungsraum Nord“ hatte schon den Aufbau des Bundesjugendlagers übernommen, jetzt räumen sie zusammen. Dienstagmorgen war um 4.30 Uhr Einsatzbesprechung, um 5.30 Uhr wurden die ersten Elektrokabel eingerollt. 18 Kilometer Feldtelefonleitungen müssen abgebaut werden, ein Kilometer IT-Kabel, 3,2 Kilometer Bauzaun, drei Kilometer Elektrokabel, 1,5 Kilometer Trinkwasserleitungen. Bei den Sandsäcken (insgesamt 22000 Stück) helfen die Jugendlichen kräftig mit, die 15 Lichtmasten werden von den Fachleuten abgebaut. In der Hindenburg-Kaserne wird einiges zwischengelagert, Ende kommender Woche wird hier nichts mehr vom THW zu sehen sein.

 Katastrophen hatte das Technische Hilfswerk nicht zu bewältigen. Spiel, Spaß, diverse Workshops, Ausflüge, Bundeswettkampf, Lager-Olympiade, Konzert- und Kinoabende standen auf dem Programm. „Wer sich gelangweilt hat, ist selber schuld“, sagt Pressesprecher Thorben Schultz. Die Sanitäter meldeten ein paar Insektenstiche, Schnittverletzungen, Kreislaufprobleme und einen Armbruch. Am Dienstagabend feierten aber alle groß und ausgelassen Abschied, verbunden mit vielen Dankesworten und Hunderten Luftballons, die mit Grußkarten auf die Reise geschickt wurden.

 Zu den 3960 Kindern und Betreuern beherbergte das Bundesjugendlager 258 Helfer vom BR 500 Nord, dazu kamen noch 100 Funktioner – vom Ingenieur über Laboranten bis hin zum Pressemitarbeiter, denn jeden Tag ist eine Lagerzeitung erschienen, die Facebookseite (300000 Aufrufe) ist bestückt worden, Fotos wurden gemacht und Videofilme gedreht.

 Am Sonnabendabend ist das 16. THW-Bundesjugendlager endgültig Vergangenheit. In drei Jahren findet das nächste statt. Wo, steht noch nicht fest. Statistisch gesehen ist der Länderverbund Schleswig-Holstein/Hamburg/Mecklenburg-Vorpommern als Ausrichter erst wieder in 21 Jahren an der Reihe. Übrigens, das Wetter war gar nicht so schlimm, wie es einige befürchtet hatten. Vorherrschende Meinung bei den Jugendlichen: „Vor zwei Jahren in Mönchengladbach war’s schlimmer.“

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