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Neumünster Traditionsfirma in der Moderne angekommn
Lokales Neumünster Traditionsfirma in der Moderne angekommn
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06:58 11.02.2020
Von Thorsten Geil
Tradition und Moderne: Erika und Rainer Stüben und ihre Tochter Kirsten Graßmay stehen vor ihrem modernen Neubau. Auch im alten Geschäft (links daneben) werden noch Kunden beraten. Quelle: Susanne Wittorf
Neumünster

Der Sohn des Unternehmensgründers trat in dessen Fußstapfen, wurde Orthopädieschuhmacher-Meister und kaufte 1941 das Grundstück an der Bahnhofstraße 39, wo das Fachgeschäft bis heute seinen Sitz hat. Mit Rainer Stüben und Ehefrau Erika übernahm 1967 die dritte Generation.

Kriegsversehrte bekamen zwei Paar Schuhe

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Firma einen schwunghaften Aufstieg, denn viele Kriegsversehrte brauchten maßgefertigte Schuhe. Sie wurden durch ein Versorgungswerk besser gestellt als gesunde Menschen, hatten Anspruch auf zwei Paar neue Schuhe in zwei Jahren. Das brachte viele Kunden in die Werkstatt.

Kinderschuhe mit Einlagen kamen in den 1970ern

Ein Schuhgeschäft, zunächst nur für Kinderschuhe, eröffneten Erika und Rainer Stüben erst 1974. „Für Kinder gab es kaum Schuhe mit Einlagen. Das wurde damals erst modern – so wie die Zahnspangen“, sagt Erika Stüben lachend.

Ihre Nachbarn sahen die Stübens in der Tagesschau

1988 wurde eine Filiale in Bad Bramstedt übernommen, 2015 eine weitere in Nortorf. Allerdings hätten die Stübens gern auch längst in Neumünster erweitert, aber ihre Nachbarn hatten etwas dagegen: Jahrzehntelang wohnten die Stübens Wand an Wand mit Hausbesetzern. „Als damals die schlimmen Krawalle in der Hamburger Hafenstraße waren, habe ich in der Tagesschau die Leute gesehen, die in der Nacht zuvor bei uns nebenan gefeiert und übernachtet hatten. Das war oft überhaupt nicht lustig“, sagt Erika Stüben.

2013 konnten sie das Nachbarhaus kaufen

Erst als die Holsten-Galerie gebaut werden sollte, konnten die Stübens das Nachbarhaus kaufen. Sie ließen es 2013 abreißen. Der Sohn Henning Stüben, Architekt in Kopenhagen, entwarf mit einem Kollegen den Anbau als überdimensionales Schuhregal, das 2016 eröffnet wurde und preisgekrönt ist. Der Bau gab dem etwas verstaubten Geschäft eine neue Dimension und brachte es in die Moderne.

Tochter Kirsten Graßmay kam 2002 dazu

Die Tochter Kirsten Graßmay war bereits 2002 in das Unternehmen eingetreten und eröffnete „Stübens Kinderwelt“ gegenüber vom Stammgeschäft. Seit 2018 ist sie gemeinsam mit ihrem Vater auch Geschäftsführerin. Die Eltern sind bis heute jeden Tag in der Firma und unterstützen ihre Tochter. „Wir haben ein tolles Familienklima. Das sollen die Mitarbeiter und die Kunden auch spüren“, sagt Kirsten Graßmay.

20 Mitarbeiter fertigen und verkaufen orthopädische Maßschuhe, Einlagen und generell gehobenes, gesundheitsorientiertes Schuhwerk. Und das soll noch möglichst lange so bleiben.

Zum Firmengeburtstag hat Kirsten Graßmay eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen.

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