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Neumünster Von der Baustelle wehte Ärger herüber
Lokales Neumünster Von der Baustelle wehte Ärger herüber
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18:12 13.06.2014
Von Karsten Leng
Alles verdorben: Sven Chellar hatte keine Möglichkeit, seine Bratwürste vor dem Baustaub zu schützen, der von den Baggern auf der Baustelle der Holstengalerie erzeugt und von starken Windböen in Richtung Teichbrücke geweht wurde. Quelle: Leng
Neumünster

„Ich fühle mich wie in der Sahara bei einem der gefürchteten Sandstürme“, schimpfte Sven Chellar. Er hat seinen Schwenkgrill direkt gegenüber der Baustelle Holstengalerie am Eingang der Teichbrücke aufgebaut. Drei Bagger waren am Nachmittag im Einsatz, um den Bauschutt des abgerissenen Courier-Hauses auf Lkw zu verladen. Dabei staubte es enorm. Starke Windböen trieben die grobkörnigen Partikel direkt in Richtung der Bratwürste auf Chellars Grill. „Die kann ich nur noch entsorgen. Außerdem bekomme ich eine Staublunge, wenn das nicht bald aufhört“, zeigte sich der Grillmeister empört.

 Ute Manegold war in ihrem Eiswagen damit beschäftigt, Waffeln und das in Schüsseln offen gelagerte Speiseeis mit Folien abzudecken. „Das ist eine große Sauerei. Warum kann die Stadt Neumünster nicht dem Abbruchunternehmen auferlegen, den Schutt ausreichend mit Wasser zu besprengen, damit der Staub endlich aufhört?“, fragte sie. „Meine Augen brennen wie verrückt. Der Sand knirscht beim Kauen zwischen meinen Zähnen. Damit muss sofort Schluss sein“, polterte Marktbeschicker Michael Völlmecke los.

 Auch Yvonne Stünkel war mehr als genervt. Ihr Getränkewagen am Gänsemarkt stand mitten in der Flugbahn der Staubwolke. „Nicht nur, dass dieser Staubsturm sämtliche Gäste vertreibt. Ich huste mir hier langsam die Lunge aus dem Hals. Da nützt es auch nicht, sich einen Schal vor Mund und Nase zu binden. Der Staub geht überall durch“, beklagte sie sich.

 Kösten-Cheforganisator Stephan Beitz war außer sich. „Wir haben mit der Bauleitung mehrfach telefoniert und sie aufgefordert, den Bauschutt besser zu wässern. Die bekommen das einfach nicht geregelt“, sagte Beitz höchst verärgert. Gegen 15.20 Uhr wurden die Arbeiten auf der Baustelle eingestellt, und der „Staubsturm“ war vorbei. „Das wurde auch Zeit“, atmete Sven Chellar erleichtert auf und unterzog seinen Schwenkgrill einer gründlichen Reinigung.