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Neumünster Geschichten aus der Küsterwohnung
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13:22 11.08.2019
Von Susanne Wittorf
Im passend dekorierten Wohnzimmer des Gemeindehauses warten die Gäste auf das Hörspiel "Propst Riewerts und die Sozialdemokraten" von Manfred und Sabine Scheuermann (links stehend). Quelle: Susanne Wittorf
Neumünster

50 Besucher lauschten am Sonnabend vier historisch animierten Kurzhörspielen. „Hörspielaufführungen an besonderen Orten gehören seit Gründung unserer Gruppe vor drei Jahren zum festen Bestandteil unserer Arbeit“, erklärte Manfred Scheuermann. Neu sei dieses Mal jedoch die Zusammenarbeit mit dem Freien Radio Neumünster. Für deren „tolle Unterstützung und die große Professionalität“ dankte Scheuermann den Radiomachern in seiner Begrüßungsrede, bevor er den Gästen im ausverkauften Gemeindehaus den Ablauf der anderthalbstündigen Veranstaltung erklärte: „Die vier Hörspiele werden parallel in den vier Wohnzimmern der ehemaligen Küsterwohnung abgespielt. Nach Ende jeder etwa zehnminütigen Darbietung wechseln die Besucher das Zimmer, in der Pause besteht die Möglichkeit mit den Autoren ins Gespräch zu kommen,“ erklärte er.

Kinderarbeit in Neumünster

Als Verfasserin der „Armenschule“ hatte sich Elke Timm mit den Bedingungen für Neumünsteraner Kinder Anfang der 19. Jahrhunderts auseinandergesetzt. „Neumünster war damals eine aufstrebende Tuchindustriestadt, die Industrie forderte Arbeitskräfte. Auch Kinder mussten unter den härtesten Bedingungen mitarbeiten“, erklärte Elke Timm. Ihr eindringliches Hörspiel handelte von der Armenschule, die 1827 direkt neben dem Gemeindehaus eingerichtet wurde.

Unzufriedene Bevölkerung

Manfred und Sabine Scheuermann beleuchteten das politische Engagement von Propst Riewerts im Jahre 1891. Öffentliche Kundgebungen einer unzufriedenen Bevölkerung machten auch vor der Kirche nicht halt. Propst Riewerts nimmt die Sozialdemokraten ins Visier.

Vom Einfluss „Deutscher Christen“ in Norddeutschland

Unter dem Titel „Der dunkle Zeit in Neumünster – die letzten Tage des Propst Meifort“ nahm Autorin Simone Bremer die rassistischen und antisemitischen Bewegung „Deutsche Christen“ innerhalb der Kirche im Jahr 1933 unter die Lupe. Propst Nicolaus Meifort und seine Frau Irmi versuchen mit der neuen Situation zu Recht zu kommen.

Ungewöhnliche Mittel

Und in ihrem Stück „Der Nervensägenstreit“ erzählten Barbara Intemann-Klingenberger und Burkhard Weber vom bis ins Absurde ausufernden Streit zwischen Pastor Scholz und Kirchendiener Althaus Anfang der 80er-Jahre.
„Beim Hörspiel findet Kino im Kopf statt“, beschrieb Manfred Scheuermann seine Begeisterung für das Format. Sämtliche Geschichten basieren auf Fakten. Ihre Inspiration erhielten die Autoren zum Teil von Zeitzeugen und alte Kirchen- und Gemeindebücher. Manchmal führten ihre Recherchen bis tief ins Kirchen- und Stadtarchiv.
Mit Fiktionen und tollen Ideen gewürzt, legten die vier historischen Kurzgeschichten eindrücklich Zeugnis ab – vom bewegten Leben des alten Gemeindehauses in den letzten 300 Jahren.

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