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Neumünster Vertriebene danken den Neumünsteranern
Lokales Neumünster Vertriebene danken den Neumünsteranern
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09:00 19.10.2019
Von Thorsten Geil
Die Anscharkirche in Neumünster wurde am 25. Oktober 1944 schwer beschädigt. Quelle: Walter Erben, Sammlung Monika Krebs
Neumünster

Der Bund der Vertriebenen (BDV) lädt am kommenden Freitag dazu ausdrücklich nicht nur seine Mitglieder ein, sondern alle Neumünsteraner. Um 15 Uhr werden Willi Treetzen und seine Frau Edith Rousseau-Treetzen in der Galerie im Restaurant der Stadthalle einige Kapitel aus dem Buch „Als unser Leben Kleinholz war“ von Helmut Müller vorlesen.

Standardwerk der Stadtgeschichte

Der frühere Direktor der AOK Neumünster und SPD-Fraktionsvorsitzende in der Ratsversammmlung hatte 1987 dieses Buch mit seinen Erinnerungen an den Krieg vorgelegt, gemeinsam mit zahlreichen Bildern des Pressefotografen Walter Erben. Es wurde zu einer Art Standardwerk der Stadtgeschichte und ist bis heute ein eindringliches Zeitdokument. Zusätzlich zu den Lesungen wird Edith Rousseau-Treetzen den Besuchern berichten, wie sie als zehnjähriges Mädchen diesen 25. Oktober 1944 verbracht hat.

Der Qualm hatte die Stadt verdunkelt

Denn als die Neumünsteraner nach der Entwarnung wieder aus ihren Kellern krochen, war es dunkel geworden – obwohl es noch helllichter Tag war. Der Qualm der Feuer hatte die Stadt verdunkelt. Auch die Anscharkirche mitten in der Innenstadt hatte einen Bombentreffer bekommen und wurde schwer zerstört.

"Wir wollen uns bedanken"

Mit dieser Gedenkveranstaltung verfolgt der BDV ein besonderes Ziel. „Wir wollen uns bei den Bürgern, den Kirchen, Gewerkschaften, Vereinen, Verbänden und Parteien bedanken. Sie haben damals trotz ihres eigenen Schicksals mehr als 30.000 Vertriebene aufgenommen. Die Neumünsteraner haben uns eine neue Heimat gegeben“, sagt Willi Treetzen. Auch später zeigten die Neumünsteraner sich immer hilfsbereit, wenn Menschen in Not waren.

Der erste von vier großen Bombenangriffen

Bis zum Herbst 1944 waren nur vereinzelte Bomben auf Neumünster gefallen und mehrere Flugzeuge abgestürzt. Diese relative Ruhe fand dann am 25. Oktober ein jähes Ende. Es war der erste von vier großen Bombenangriffen. Am Ende des Krieges waren 4000 Wohnungen total zerstört, 5300 stark beschädigt. Das Eisenbahnausbesserungswerk, die Tuchfabrik Bartram und die Lederwerke Wieman waren zerstört.

Am Abend des 25. Oktober soll in der Anscharkirche ebenfalls an den 75. Jahrestag der Bombardierung erinnert werden (ab 19 Uhr in der Nacht der Kirchen).

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