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Nord-Ostsee-Kanal Nord-Ostsee-Kanal auf Wachstumskurs
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Nord-Ostsee-Kanal auf Wachstumskurs
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18:12 22.01.2018
Von Frank Behling
30.269 Schiffe haben im vergangenen Jahr den Kanal passiert. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Brunsbüttel

Noch wichtiger: Die transportierte Ladung kletterte um 3,5 Prozent auf 86,6 Millionen Tonnen.

„Es geht wieder nach oben“, sagte Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraße und Schifffahrt. Auch die durchschnittliche Schiffsgröße stieg um gut drei Prozent auf rund 5800 BRZ und nähert sich damit wieder alten Höchstwerte aus den Jahren vor 2013 an, als der Kanal bereits einmal Rekorde erreichte.

Nachdem Schleusen-Ausfälle seit 2013 jahrelang für Unsicherheit sorgten, genießt die Wasserstraße wieder das Vertrauen der Reeder. „Wir spüren das deutlich. Der Kanal muss für die Kunden verlässlich und planbar sein“, sagte Witte. Seine Behörde zählte 2017 einen Zuwachs von 985 Schiffen gegenüber 2016. Starke Zuwächse gab es auch im Teilstreckenverkehr, bei dem Schiffe in den Kanal einfahren und hier ihre Ladung übernehmen oder löschen. Hier gab es einen Zuwachs von rund 600.000 Tonnen.

Neues Anmeldesystem für Schiffe

Damit das in Zukunft noch besser wird, wird an einem neuen Anmeldesystem für Schiffe gearbeitet.  Noch in diesem Jahr soll das System „Kiel Canal Approach“ eingeführt werden. „Schiffe können sich dann bis zu acht Stunden vor dem Eintreffen an der Schleuse anmelden und bekommen dann eine Zeit für die Schleuse“, sagt Witte. Bislang lag die Anmeldezeit bei einer Stunde vor dem Eintreffen an der Schleuse. Reeder und Schiffsmakler hatten sich für die Einführung dieses neuen Meldesystems eingesetzt. „Damit wird es in Zukunft keine unnötigen Rennen mehr geben“, sagt Witte. Bislang hatten sich Schiffe hin und wieder Wettfahrten geliefert, um eine möglichst gute Schleusenzeit zu bekommen. 

Bei den Verkehrszahlen geht Witte auch für 2018 von weiter steigenden Ladungsmengen aus. „Der Kanal wird von der Schifffahrt genutzt und ist für die deutschen Häfen an der Nordsee sehr wichtig“, sagt Witte. Ein Großteil des Wachstums des Hamburger Hafens werde über den Nord-Ostsee-Kanal erzielt. 

Viele Projekte stehen an

Der Bund investiert weiter in den Ausbau und die Erhaltung des Kanals. Im vergangenen Jahr wurden rund 109 Millionen Euro in die Infrastruktur der meistbefahrenen künstlichen Seewasserstraße investiert. „Und auch in diesem Jahr stehen viele Projekt an“, kündigte der zuständige Leiter Karsten Thode von der GWDS an. Auf dem Westteil werden in den Weichen Oldenbüttel, Breiholz und Kudensee die Holzdalben gegen Stahlrohrdalben ersetzt. In Kiel beginnt die Verfüllung der kleinen Schleusen mit dänischem Seesand. Der Ersatzbau der kleinen Kammern in Kiel wird damit begonnen.

Sorgen bereitet der Verwaltung der Bau der fünften Scheusenkammer in Brunsbüttel. Aufgrund von Streitigkeiten über den Bauvertrag zwischen der Schifffahrtsverwaltung und der Arbeitsgemeinschaft drohte dort in Teilbereichen zwischenzeitlich eine Neuausschreibung und damit ein erheblicher Bauverzug. „Wir werden im zweiten Halbjahr eine Lösung haben“, kündigte Thode an. Ein konkretes Datum für die Fertigstellung der fünften Schleusenkammer nannte Witte noch nicht.

Nach dem Einbruch 2016 haben im vergangenen Jahr wieder mehr Schiffe den Nord-Ostsee-Kanal befahren. Sie transportierten auf ihren Passagen auch mehr Ladung. Die genauen Zahlen will die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung am Montag (11 Uhr) in Kiel bekanntgeben.

21.01.2018

Der Frachter „Frontera“ hat am Donnerstagabend Kiel wieder verlassen. Nachdem zuvor das Deck und ein Teil des Wasser durch eine Spezialfirma gesäubert worden waren, erteilte die Wasserschutzpolizei Kiel am Abend die Freigabe für die Weiterfahrt nach Schweden.

19.01.2018

Nach einem Feuer auf einer schwimmendem Plattform im Nord-Ostsee-Kanal ist ein Bauarbeiter tot in seinem ausgebrannten Wohncontainer gefunden worden. Feuerwehrleute fanden die Leiche des 47-jährigen Mannes am Samstag nach den Löscharbeiten auf der Plattform in Brunsbüttel, wie die Polizei mitteilte.

KN-online (Kieler Nachrichten) 13.01.2018